Elektroschrott – so sieht die Realität aus

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Elektroschrott in Deutschland ist ein stetig wachsendes Problem. Wie eine Untersuchung der United Nations University ergab, sind alleine im Jahr 2014 41,8 Millionen Tonnen Elektroschrott entstanden. Der größte Produzent von Elektroschrott sind die USA mit 7,1 Millionen Tonnen. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist jedoch nicht der höchste weltweit.

Diesen stellen die Briten mit 23,5 Tonnen Elektroschrott pro Kopf, kurz darauf folgen die USA und Frankreich mit je 22,1 Tonnen und dann Deutschland mit immerhin noch 21,6 Tonnen Elektroschrott pro Kopf (Quelle: de.statista.com). Bei so viel Elektroschrott stellt sich die Frage, wie dieser entsorgt werden soll.

 

Elektroschrott entsorgen – nicht so einfach

 

Allerdings ist gerade die Entsorgung von Elektroschrott alles andere als einfach. In die Hausmülltonne gehört auch nicht der kleinste Wecker oder der Haartrockner. Grund dafür: Die meisten Altgeräte enthalten wertvolle Stoffe, die durch eine fachgerechte Entsorgung wiedergewonnen und weiter verwertet werden können. In Platinen etwa stecken Kupfer, Blei, Zinn, Gold und vieles mehr. Aber auch Giftstoffe sind im Elektroschrott enthalten, die fachgerecht ausgelöst und isoliert werden müssen, um Mensch und Natur nicht unnötig zu belasten.

 

Laut Elektrogesetz darf also Elektroschrott nicht einfach in den Hausmüll gegeben werden. Wie aber lassen sich Wecker, Haartrockner, Waschmaschine und Co. dann entsorgen?

 

Händler müssen Elektroschrott zurücknehmen

 

Seit der Novellierung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG) sind Händler verpflichtet, Elektroschrott kostenfrei zurückzunehmen, sofern sie eine Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern für Elektrogeräte aufweisen. Damit können Verbraucher Haartrockner, Wecker, Toaster und Co. kostenfrei bei allen großen Elektronikmärkten abgeben. Allerdings darf keine Kantenlänge größer als 25 Zentimeter sein.

 

Anders sieht es bei der so genannten weißen Ware aus. Hierzu gehören Kühlschranke, Elektroherd, Waschmaschine und Co. Diese müssen die Händler nur beim Neukauf eines ähnlichen Geräts zurücknehmen.

 

Elektroschrott entsorgen – der Wertstoffhof als Alternative

 

Wenn der Händler sich weigert, den Elektroschrott zurückzunehmen, bleibt oft nur eine Möglichkeit: der Wertstoffhof. Allerdings muss man seinen Elektroschrott dort selbst abliefern, was vor allem bei größeren Geräten oft schwierig ist. Hier lohnt es sich, einen privaten Anbieter zu kontaktieren. Der bietet in der Regel nicht nur Geld für den Ankauf des Elektroschrotts, sondern auch die kostenfreie Abholung direkt vor Ort. Wer Näheres dazu wissen möchte, kann sich hier informieren. So erfährt man nicht nur, welche Formen des Elektroschrotts angenommen werden, sondern auch mit welchen Ankaufspreisen man rechnen darf.

 

Weitere Entsorgungsmöglichkeiten für Elektroschrott

 

Weitere Entsorgungsmöglichkeiten für Elektroschrott bieten etwa die Deutsche Post oder klassische Wege. Die Post etwa hat den Dienst „Electroreturn“ ins Leben gerufen. Schon seit 2005 können Mobiltelefone und Tintenpatronen eingesendet werden, um sie fachgerecht zu entsorgen. Allerdings wird nur privater Elektroschrott entsorgt, der in einen Maxibrief der Deutschen Post passt und maximal ein Kilogramm Gewicht aufweist.

 

Alternativ dazu können Verbraucher auch den Dienst „handysfuerdieumwelt.de“ nutzen. Mit dem Einsenden des Elektroschrotts werden Spenden gesammelt, die an einen bestimmten Zweck gehen. So hat der NABU etwa ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen. Für jedes eingesendete Handy gehen 1,60 Euro in ein Naturschutzprojekt.

 

Außerdem besteht die Möglichkeit, nicht mehr benötigte, aber noch funktionsfähige Elektrogeräte zu verkaufen oder zu spenden. So tut man etwas Gutes für Dritte und kann sogar noch ein wenig Geld für seinen Müll erhalten. Flohmärkte, Kleinanzeigenportale im Internet oder Secondhand-Läden sind hier die Mittel der Wahl. Eventuell lassen sich die Geräte auch noch reparieren. Vielerorts gibt es bereits Dienste, die sich der Rettung des Elektroschrotts verschrieben haben, zum Beispiel alte Computer wieder aufbereiten und sie dann zum günstigen Preis an bedürftige Personen abgeben.


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