
Über 80.000 Verbraucherinnen und Verbraucher forderten die Beiersdorf AG auf hormonell wirksame Chemikalien aus ihren Produkten zu entfernen. Hormonähnliche Stoffe stehen mit ernsten Krankheiten, wie Brust- oder Hodenkrebs in Verbindung. Beiersdorf winkte ab: „Nivea-Produkte seien unbedenklich. Sämtliche Grenzwerte würden eingehalten.“
Der Kosmetik-Riese Beiersdorf setzt „Risiko-Chemikalien“ in einem Drittel aller Nivea-Produkte als Konservierungsstoffe oder UV-Filter ein. „Nivea ohne Hormone“ forderte heute der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND im Namen zehntausender Verbraucher bei einer Kundgebung vor der Konzernzentrale Beiersdorf in Hamburg.
Sarah Häuser, Chemie-Expertin beim BUND: "Wir hatten heute ein Gespräch bei Beiersdorf und hatten gehofft, dass der Konzern seinen Ausstiegsplan für hormonell wirksame Chemikalien in Kosmetika verkünden würde. Doch die Unternehmensvertreter wiederholten nur, dass Nivea-Produkte unbedenklich seien und sämtliche Grenzwerte eingehalten würden. Diverse Studien belegen aber, dass hormonell wirksame Stoffe sich im menschlichen Körper aufsummieren und mit ernsten Krankheiten in Verbindung stehen können. Die Weltgesundheitsorganisation fordert deshalb zu Recht, die Belastung der Menschen mit diesen Chemikalien zu verringern. Das Verhalten von Beiersdorf ist ein Schlag ins Gesicht aller Verbraucherinnen und Verbraucher."

Vor zwei Monaten haben der BUND gemeinsam mit der Schauspielerin und Moderatorin Britta Steffenhagen eine Online-Petition gestartet, in der sie Beiersdorf auffordern, die hormonell wirksamen Stoffe aus ihren Produkten zu entfernen. Bislang haben bereits über 80.000 Verbraucherinnen und Verbraucher unterzeichnet. Steffenhagen hatte während ihrer Schwangerschaft die Nivea-Bodylotion „Happy Time“ verwendet. Als sie durch eine BUND-Studie von den „Hormon-Cocktail“ in ihrer Creme erfuhr, war sie entsetzt.
„Hormonelle Chemikalien können meine und die Gesundheit meiner Familie gefährden. Sie stehen im Verdacht das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen, bei Männern die Fruchtbarkeit zu verringern, Fettleibigkeit zu fördern und zu verfrühter Pubertät beizutragen. Die Chemikalien werden über die Haut aufgenommen und können so auch an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Diese Stoffe haben in Kosmetik nichts zu suchen!“, schreibt Steffenhagen in ihrem Petitions-Aufruf.
Die heutige Reaktion des Kosmetik-Konzerns empört sie: „ Ein so großes Unternehmen mit einer so prominenten Marke wie Nivea muss den Sorgen seiner Kunden Rechnung tragen. Es besteht die Gefahr, dass wir und unsere Kinder wegen des Einsatzes hormonell wirksamer Chemikalien krank werden. Deshalb werde ich für meine Familie keine Nivea-Produkte mehr kaufen."
Der BUND und die Moderatorin rufen dazu auf, die Online-Petition weiter zu unterstützen. Um sich vor Kosmetik-Produkten mit hormonell wirksamen Chemikalien, wie Parabene zu schützen, bietet der BUND die kostenlose „ToxFox“-App an. Sie zeigt dem Verbraucher per Strichcode-Scan, ob hormonell wirksame Stoffe in dem jeweils ausgewählten Produkt enthalten sind.
CFE
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