Biodruckfarben u. Recyclingpapiere für die Umwelt

Foto: Lokay

„Öko“ und „Bio“ sind mittlerweile mehr als nur aktueller Trend: In sämtlichen deutschen Bundesländern kaufen und konsumieren immer mehr Menschen ökologisch, biologisch unbedenklich angebaute oder produzierte Lebensmittel oder Produkte – das ist erfreulich! Unsere Gesellschaft ist reif für Produkte und Dienstleistungen von Betrieben, die sich ihrer Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen bewusst sind und nachhaltig agieren.

Das Thema Nachhaltigkeit setzt sich zusehends mehr und mehr im Bewusstsein der Bevölkerung durch, dies führt auch der aktuelle Indikatorenbericht des Statistischen Bundesamt in Wiesbaden auf. Darin heißt es: „Inzwischen hat sich der Nachhaltigkeitsansatz als zentrales Prinzip in weiten Teilen der Politik und der Bevölkerung etabliert.“

 

Um künftig am Markt erfolgreich zu sein, müssen Druckereien umdenken

 

Immer noch setzen auch im Druckgewerbe die meisten Betriebe viel zu viele umweltschädliche Chemikalien und Druckfarben ein. Darüber hinaus ist vielen ein zu hoher Anteil an Alkohol im Feuchtmittel anzukreiden. Deshalb wundert es auch nicht, dass gerade diese Branche mit wachsamen Blicken beobachtet wird – Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit setzen, weiten diesen Umwelt-Gedanken auch auf die benötigten Printprodukte wie Briefpapier, Umschläge, Flyer, Postkarten und so weiter aus und bestehen auf eine nachhaltige, ökologische Produktion ihrer Drucksachen.

Etliche Druckereien sind hier bereits auf dem richtigen Weg in die Zukunft und haben nachhaltige Konzepte entwickelt, um für den stetig wachsenden Kreis anspruchsvoller, umweltbewusster Kunden ökologische Printprodukte zu realisieren.

 

100 Prozent Farben aus nachwachsenden Rohstoffen, ganz ohne Alkohol

 

Foto: Pixabay CC/PublicDomain

Moderne Druckereien arbeiten stets mit neuen Druckmaschinen – beispielsweise der Fünffarbenmaschinen Heidelberg Speedmaster CD 74 oder der Heidelberg Speedmaster 102 – die bereits komplett alkoholfrei drucken. Wie so oft im Leben, ist es hier auch eher die Frage des Wollens als die nach den Möglichkeiten der Technik. So sparen Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe viele Tonnen Mineralöl ein und der Einsatz gleichwertiger, biologisch abbaubarer Ersatzstoffe für das Umweltgift Isopropylalkohol (IPA) schützt Natur und Umwelt gleichermaßen.

 

Viel mehr Recyclingpapier nutzen

 

Auch wenn es um die bedruckbaren Papiere geht, gibt es für Druckereien einiges zu beachten, um die gewünschte Nachhaltigkeit zu erzielen. Jeder von uns weiß, dass für Papier Wälder gerodet und Bäume gefällt werden. Wussten Sie beispielsweise, wie viel Holz die Frischfaserpapierproduktion wirklich benötigt?

Knapp 2,3 Kilogramm Holz wird für ein Kilogramm Frischfaserpapier eingesetzt.

Von der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) erfahren wir, dass fast jeder zweite, weltweit industriell gerodete Baum zu Papier wird. Deutschland ist ganz vorn mit dabei – als zweitgrößter Papierimporteur und viertgrößter Papierproduzent der Welt.

Der Markt bietet den Druckereien jedoch eine immense Auswahl an zertifizierten (Recycling-) Papieren und Kartons, die optimal für verschiedene Drucksachen eingesetzt werden können. In Bezug auf Qualität, Grammaturen, Formate, Oberflächeneigenschaften und Veredelungsmöglichkeiten stehen diese Papiere den konventionell produzierten Papieren nicht mehr nach. Auch wenn es um die Farbbrillanz geht, spielen Umweltpapiere heute in der ersten Liga.

 

Auf FSC-Siegel und „Blauer Engel“-Zertifizierung achten

 

Nachhaltig und umweltbewusst agierende Druckereien achten auf die FSC- und „Blauer Engel“-Zertifizierungen. Denn das FSC-System zeichnet dafür verantwortlich, dass das Holz für FSC-Papiere aus einer sicheren und nachhaltigen Waldnutzung stammt. Um dieses Ziel langfristig zu sichern, arbeitet die Non-Profit-Organisation Forest Stewardship Council (FSC) für die Bewahrung und Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen aller angeschlossenen Forst- und Waldbetriebe weltweit.

Ebenfalls Entscheidungshilfe, um beispielsweise umweltfreundlichere oder alternative Papiere zu finden, bietet das Siegel „Blauer Engel“. Es existiert bereits seit 1978 und zeigt umweltfreundlichere Alternativen zu konventionellen, umweltbelastenden Produkten auf.

 

Ralf Lokay

 

Foto: Umweltdruckerei Lokay

Der Autor ist Geschäftsführer der Umweltdruckerei Lokay und hat sich der Aufgabe verschrieben, sich nachhaltig für die Umwelt einzusetzen und damit letztlich auch etwas für sich selbst und die eigene Familie zu tun. Dies ist der Ansporn, um sein Unternehmen in eine „nachhaltige, grüne Druckerei“ zu verwandeln – auch wenn dies ein langer Weg ist. So stehen sämtliche ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichberechtigt im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns. Kunden freuen sich über Produkte und Lösungen mit Nachhaltigkeitsgarantie, die nicht teurer sind als konventionelle Printsachen.

Das Unternehmen wurde 2010 und 2015 für sein hervorragendes Engagement als „Umweltdruckerei des Jahres“ bei den Druck & Medien Awards ausgezeichnet.

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