
Es ist das größte Walhai-Schlachthaus der Erde: Drei Jahre recherchierten Alex Hofford und Paul Hilton von der Tier- und Artenschutz-Organisation WildLife Risk aus Hongkong wie Undercover-Agenten in Chinas Südost-Provinzen. Jetzt beschrieb die Journalistin Sophie Morlin-Yron in der britischen Zeitung The Ecologist, was die beiden fanden: Eine Schlachtfabrik.
Nahe der Stadt Wenzhou morden Mitarbeiter jährlich gut 600 der geschützten, großen Fische (Rhincodon typus ) – für Kosmetika wie Lippenstifte und Feuchtigkeitscreme für die Käuferinnen im Westen müssen die sanften Meeresbewohner ihr Leben lassen. Im industriellen Maßstab meucheln und zerstückeln die Mitarbeiter Walhaie im größen Stil für die Schönheit und Gesundheit.
Die Dokumentation von WildLife Risk ist ein Buch des Schreckens: Auf Bildern zeigen Hofford und Hilton die Mitarbeiter der Firma Yueqing Marine Organisms Health Protection Foods Co Ltd in Wenzhou. Sie sitzen inmitten abgetrennter Flossen. Sie schneiden riesige Fischleiber auf und trennen Teile heraus. Der Boden ist rot vom Blut der Tiere. Im Hof der Firma stapeln andere ganze Berge von abgeschnittenen Hai-Flossen auf Karren und Tischen.
Geschützte Walhaie: In China ermordet für Lippenstifte
Walhaie sind mit internationalen Abkommen geschützt. Das scheint in der Pu Qi-Fabrik südöstlich von Wenzhou aber niemand zu stören. Hier verarbeiten die Mitarbeiter die fangfrischen Tiere zu Gesundheits-Kapseln oder Fischöl für die Kosmetik-Industrie im Westen. Unternehmer Li Guang deklariert, laut einer Meldung der Agentur Environmental News Network seine Produkte auf den Packungen einfach als „Tilapia“. Für diese in Fischfarmen gezüchtete Art gibt es keine Handelshemmnisse. Er macht aus seinem Tun noch nicht einmal ein Geheimnis. Laut den Berichten ist seine Fabrik frei zugänglich, die Arbeiter im Hof kann jeder beobachten.
Die bis zu zwölf Meter mächtigen aber sanften Tiefseebewohner sind nicht die einzigen geschützten Arten, die in China Arbeiter zu teuren Luxusartikeln verarbeiten. Hofford und Hilton sahen in der Fabrik auch Weiße Haie (Carcharodon carcharias ) oder Riesenhaie (Cetorhinus maximus). Ihre Haut wird zu Handtaschen, die Leber zu Pflegeprodukten oder Schuhcreme. Das Fleisch der Fische landet – frisch, gefroren oder gepökelt - auf den Tellern in asiatischen Restaurants.
Für gutes Geld: Ein 10 Tonnen Hai bringt seinem Händler in Taiwan einiges über 20.000 Euro in die Kasse. Ein prächtiger Profit: An einem einzigen Tag zählten die Undercover-Rechercheure im Hai-Schlachthaus von Wenzhou allein gut 260 Flossen, die als Einlage für Fischsuppe endeten.
pit
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