
Da vergeht der Appetit: Ohne Kennzeichnung landet das Fleisch geklonter Tiere in den Regalen und auf Tellern. Das soll so nicht bleiben, fordert anlässlich der Bundesrats-Abstimmung über ein dauerhaftes Verbot des Klonens von Nutztieren jetzt die Verbraucherorganisation Testbiotech und initiiert eine Postkarten-Aktion für die Wahlfreiheit an der Fleischtheke.
„Die Politik muss sich entscheiden: Klare gesetzliche Verbote, Kennzeichnung und Transparenz oder freie Bahn für die Interessen der Klon-Industrie“, sagt Christoph Then von Testbiotech: „Nach dem, was bisher bekannt ist, lässt das geplante Freihandelsabkommen TTIP eine Ausweitung der Kennzeichnung nicht zu.“ Then: „Daher stellt sich die Frage: Freier Handel oder Wahlfreiheit?“
TTIP öffnet Tür für das Klon-Fleisch auf unseren Tellern
Im Antrag der Grünen-Fraktion des Bundestag, den Abgeordnete aus allen Fraktionen unterstützen, stimmt die Länderkammer ab, wird die Bundesregierung aufgefordert, sich in Brüssel für eine Kennzeichnungspflicht einzusetzen, die auch die Nachkommen der Klon-Tiere und deren Fleisch umfasst. Testbiotech begrüßt diese Initiative in einer Presseerklärung. Die Gentech-Kritiker bezweifeln aber deren Erfolg, „da das geplante Freihandelsabkommen TTIP den Handlungsspielraum der Bundesregierung erheblich einzuschränken droht“.
Der Antrag nimmt laut Testbiotech auch Bezug auf einen entsprechenden Passus im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Entsprechende Regelungen müssten allerdings von der EU beschlossen werden. „Die Europäische Kommission setzt sich jedoch bisher lediglich für ein zeitlich beschränktes Klon-Verbot ein, das dann unter TTIP einfach auslaufen könnte“ fürchten die Verbraucherschützer.
Mit Postkarten gegen Gen-Fleisch protestieren
Umfragen belegten, so Testbiotech, dass „eine große Mehrheit der VerbraucherInnen das Klonen von Nutztieren für die Lebensmittelgewinnung“ ablehnten. Dennoch zeigten verschiedene Untersuchungen aber auch, dass die Nachfahren geklonter Rinder bereits heute ohne Kennzeichnung auf den EU-Markt gelangt seien. Deshalb will die Organisation Druck auf die Politiker machen und startet die Postkarten-Aktion.
pit
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