CETA: Gegenwind für Gabriel

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Dem SPD-Chef bläst der Wind entgegen: Mehr als zwei Drittel der potentiellen SPD-Wähler stehen einer vorläufigen Inkraftsetzung auch von Teilen des Freihandelsabkommens CETA zwischen der EU und Kanada kritisch gegenüber. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid zufolge halten lediglich 16 Prozent der potentiellen SPD-Wähler die Absicht der Bundesregierung, CETA vorläufig in Kraft zu setzen, „für eine gute Sache“.

69 Prozent halten dies hingegen für schlecht. Die Emnid-Analyse hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Campact sowie Greenpeace durchführen lassen, um die Meinungen von SPD-Sympathisanten zu CETA unmittelbar vor dem am kommenden Montag in Wolfsburg stattfindenden SPD-Sonderkonvent abzufragen. Mit Blick auf den Sonderkonvent glauben außerdem 38 Prozent - das ist die größte Gruppe jener, die sich vorstellen können, bei einer Bundestagswahl SPD zu wählen - dass eine Zustimmung der Delegierten zu CETA der SPD schaden würde. 30 Prozent glauben, es würde ihr nützen und 26 Prozent sind sich bei der Frage, ob es der SPD nützen oder schaden würde, nicht sicher.

 

CETA und SPD-Sympathisanten: Eindeutig mehr Ablehnung

 

Nur rund ein Drittel (33 Prozent) jener, die sich vorstellen können, bei einer kommenden Bundestagswahl SPD zu wählen, halten das EU-Kanada-Freihandelsabkommen CETA „insgesamt eher für gute Sache“. Etwas weniger (32 Prozent) halten es „insgesamt eher für schlecht“. Die übrigen 34 Prozent sehen CETA weder gut noch schlecht, sind sich bei der Beantwortung dieser Frage nicht sicher oder machen darüber keine Angaben.

 

Meinung der CETA-Gegner

 

 

 

 

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Die klare Ablehnung einer vorläufigen In-Kraft-Setzung von CETA kommentiert Maritta Strasser, Sprecherin von Campact: "Der SPD-Konvent täte gut daran, auf die WählerInnen der Partei zu hören. Die vorläufige Anwendung von CETA ist für sie inakzeptabel. Sie stünde auch im Widerspruch zu aktuellen Versuchen der SPD, CETA im Ratifizierungsverfahren noch nachzubessern."

Christoph von Lieven, Greenpeace-Sprecher: „Die SPD muss wieder beginnen, sozialdemokratische Politik zu machen, wenn sie ihre Existenzberechtigung nicht verlieren will. Dazu gehört das Einhalten vom Versprechen echter Beteiligung der Menschen an der Politik. Die vorläufige Anwendung von CETA ohne die nationalen Parlamente und notwendige Änderungen in Richtung Nachhaltigkeit und einklagbarer Umwelt- und Sozialstandards würde die Politikverdrossenheit stärken und den Rechten in die Hände spielen.“

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die Skepsis der SPD-Wähler gegenüber CETA ist groß. Zugleich wird das Vorhaben der Bundesregierung, Teile von CETA vorläufig in Kraft zu setzen, von einer großen Mehrheit auch der SPD-Wähler abgelehnt. Ihr Vorsitzender Sigmar Gabriel sollte diese Fakten zur Kenntnis nehmen und sich jetzt von CETA verabschieden. Wir hoffen, dass die SPD-Delegierten auf dem Konvent in Wolfsburg die Risiken von CETA klar erkennen und den Plan zurückweisen, CETA beim EU-Handelsministerrat in Bratislava nächste Woche abzunicken.“


red

 

 

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