
Pelze sind ganz offensichtlich noch immer „in“: Recherchen des Online-Bloggers Florian Schreckenbach bringen eine grausige Wahrheit ans Tageslicht. Er suchte Daten über die Pelzmoden-Industrie und entdeckte, was „man sich schlimmer kaum vorstellen“ kann.
„Ich dachte mal, dass Pelze der Vergangenheit angehören“, sagt Schreckenbach auf seiner Webseite: „Aber die Pelze sind zurück.“ Nicht als Pelzmantel, die gelten nach jahrelangen Protesten von Tierschützern inzwischen als verpönt. Felle und Pelze kommen heute in unschuldigerer Portionierung in die Läden und Kleiderschränke: als Pelzkragen an der Kapuze oder als Accessoires. Schreckenbachs Recherche-Ergebnis: „90 Prozent der Füchse aus Pelzfarmen werden zu Accessoires und Kleidung mit Pelzbesatz verarbeitet.“ Im Gespräch erzählt er zudem von Bildern, die er sah. Sie waren so schrecklich, dass er sie „niemand zumuten kann“.
Fleißarbeit: Fakten über Pelze und Tiergreuel
Aus der Recherche puzzelte Florian Schreckenbach eine Infografik. Sie zeigt, die nach wie vor steigende Nachfrage nach Echtpelz: 65 Millionen Tiere sterben jährlich, davon 57 Millionen Nerze und Füchse und 2 Millionen Hunde und Katzen. Zwar stammt die Hälfte dieser armen Kreaturen aus China. Aber auch in Deutschland züchten Pelzhändler, nur 15 Prozent der Tiere erlegen Jäger im Wald. Schreckenbach: „Hier gibt es immerhin 10 Nerzfarmen und 6 Chinchilla- und Kaninchenfarmen.“
Diesen Farmen spricht der Journalist nach seiner umfangreichen Recherche rundweg ab, dass die Tiere auf den Farmen artgerecht gehalten würden. Den Lebensraum eines Nerzes, der frei durch die Landschaft streifen kann, berechnet er „31 Millionen Mal größer“ als jenen eines Tiers, das sein tristes Leben in einem engen Käfig fristet, ehe es ermordert und ihm das Fell püber die Ohren gezogen wird.
Denn das ist unweigerlich sein Schicksal: „Für einen Pelzmantel sterben bis zu 60 Nerze, 20 Füchse, 50 Waschbären oder 200 Chinchillas“, listet der Tierschützer Schreckenbach auf. Und das ist ein einträgliches Geschäft. 15,6 Milliarden Dollar setzte die Branche im Jahr 2012 weltweit um. Das schlimme: Das sind 70 Prozent mehr als noch vor einem Jahrzehnt!
Wer sich bei diesem blutigen Geschäft die Hände nicht schmutzig machen will, dem rät der Journalist, genau hinzusehen, ehe er solche Kleidung kauft. Er kennt den „Echtpelz-Test: „Pusten Sie ganz fein über den Pelz – wenn sich alle Heere bewegen, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Echtpelz.“ Auch ein Auseinanderziehen der Oberhaare kann Aufschluss geben: „Bei einem Echtpelz ist die Unterwolle zu sehen.“ Schließlich gibt es noch einen dritten Test: „Echte Pelzhaare haften auf echtem Leder.“
pit
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