Elektronik energieeffizient einkaufen!

Energieeffiziente Waschmaschinen am IFA-Stand von Samsung Foto: IFA 2013

Knapp 1500 Aussteller präsentierten vom 6. bis 11. September auf der IFA in Berlin ihre neuesten Produkte. Das diesjährige Motto der weltweit führenden Messe für Unterhaltungselektronik und Elektrohausgeräte: stay in touch.

 

So warben Hersteller, wie Samsung mit den Vorzügen von Vernetzung einzelner Geräte: Per App die Waschmaschine Smart Control VRT Plus bedienen. „Textilart, Anzahl der Spülgänge und Drehzahl können ausgewählt werden. Das Waschprogramm kann sogar unterbrochen werden, wenn plötzlich die zweite, fehlende Socke gefunden wird“, beschreibt Samsung ihre „smarte“ Waschmaschine.

 

Auch das Energiesparen war Leitthema auf der diesjährigen Elektronikmesse. Die Firma Haier feiert mit ihrer „supersparsamen“ Waschmaschine Intelius 600 Weltpremiere: Sie spart 50 Prozent der Energie ein im Vergleich zur besten auf dem Markt erhältlichen Energieeffizienzklasse A+++. „Das gleiche gilt für den Wasserverbrauch, der pro Kilogramm Wäsche bei unter fünf Litern liegt“, sagt Sales Coordinator Julian Lietzau. Ein Sensor misst die Wäscheladung und passt den Wasser- sowie Waschmittelverbrauch an.

 

Wann schütze ich die Umwelt wirklich?

 

Das klingt erstmal gut. Doch ab wann lohnt sich der Kauf eines neuen energieeffizienteren Gerätes wirklich? Schützt es die Umwelt, eine zum Beispiel erst vier Jahre alte Waschmaschine gegen das neue Produkt von Haier zu tauschen? Global° hat nachgefragt. Jens Gröger vom Öko-Institut in Berlin erklärt wann ein Neukauf Sinn macht:

 

Eine intakte Waschmaschine sollte man ruhig 10 Jahre betreiben, bevor man sich eine neue anschafft. Denn der Herstellungsaufwand der Geräte, die viel Metall enthalten, ist nicht zu vernachlässigen. Beim Neukauf sollte man aber grundsätzlich nur zu den effizientesten Maschinen greifen. Das lohnt sich immer“, sagt Gröger.

 

Laptop – erst nach 30 Jahren ist ein Neukauf für die Umwelt sinnvoll !

 

 

Bild: wikimedia commons/Chris828

Er erklärt weiter, dass bei einem Neukauf verschiedenste Kriterien zu beachten sind. Eine wichtige Rolle spielt vor allem die energetische Amortisationsdauer. Das ist die Zeitdauer, die ein effizienteres Neugerät betrieben werden muss, um durch seine Einsparungen den Energieaufwand zur Produktion wieder wettzumachen. „Zum Beispiel bei Laptops oder anderen mobilen Geräten ist die Amortisationszeit enorm. Meist lohnt sich bei diesen Geräten aus Energiespar-Aspekten ein Neukauf erst nach 30 Jahren. Denn der Herstellungsaufwand ist im Vergleich zum Energieverbrauch bei der Nutzung viel größer, so dass es lange Zeit dauert, bis der Kauf eines neuen Produktes Energie gerecht „abgezahlt“ ist,“ sagt Gröger.

 

Anders schaut es da bei Kühlschränken aus: „Hier nimmt die Nutzungsphase einen Bärenanteil am Energieverbrauch ein – bis zu 80 Prozent. Die energetische Amortisationsdauer von effizienten Kühlschränken liegt zwischen 1 und 3 Jahren, je nachdem, wie stromhungrig der alte Kühlschrank war. Somit ist eine Neuanschaffung nach fünf Jahren auf jeden Fall sinnvoll.“

 

Dass immer mehr Haushaltsgeräte über Smartphone gesteuert und alle Unterhaltungselektronik nur von einer großen Fernbedienung aus bedient werden können, sieht Gröger als „eine feine Sache für Kontroll-Freaks.“ Schmunzelnd fügt er hinzu: „Nein, im Ernst. Bislang hab ich noch in keinen Studien gelesen, dass damit viel Energie eingespart wird.“

 

Smart Meters – Energiesparhilfen der Zukunft?

 

Wann ist Wäsche waschen am günstigen? Dieser Zähler weiß es Foto: wikimedia commons

Da sieht er zum Beispiel in Einzelraumtemperaturregelungen mehr Sinn: „Räume einzeln bedarfsgerecht zu regeln und per Fernbedienung zu steuern, spart auf jeden Fall Energie.“

Die sogenannten „intelligenten“ Zähler (Smart Meters) sind für Gröger zukunftsweisend: „Vor allem bei der Nutzung von regenerativen Energien kann so intelligent Strom genutzt werden. Diese Regler erfassen zum Beispiel wann es ein Überangebot an Windstrom gibt und leiten diese Information dann an die Waschmaschinen weiter. So wird die Wäsche dann gewaschen, wenn der Strom besonders günstig ist“, erklärt Gröger.

 

Ob es also der Umwelt hilft die alte Waschmaschine, den Kühlschrank oder den Fernseher durch ein neues Gerät zu ersetzen, muss genau durchdacht werden. Damit sich der Verbraucher im Elektronik-Dschungel zurecht findet, bietet das Öko-Institut auf ihrer Seite oekotop100 Einkaufshilfen für klimafreundliche Produkte. Für jedes Elektrogerät gibt es eine Checkliste nach den Kriterien des Blauen Engels, die einfach erklärt auf was beim Kauf geachtet werden sollte.

 

CFE

 

Lesen Sie auch

 

PC, TV oder Handy: Goldader in der E-Schrotthalde

Computer: Nachholbedarf beim Umweltschutz

EcoTopTen – Wegweiser durch den IT-Dschungel

 

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: