Fairer Handel verändert unsere Gesellschaft

Foto: Forum Fairer Handel

Fairer Handel wirkt – auch nach innen in die deutsche Gesellschaft. Das zeigt eine neue Studie. TransFair, Engagement Global, Brot für die Welt, Forum Fairer Handel sowie Misereor hatten sie in Auftrag gegeben. Die Rergebnisse präsentierte im Vorfeld der nun beginnenden Grünen Wohe Berlin Entwicklunshilfeminister Gerd Müller.

 

Die Studie analysiert erstmalig wissenschaftlich, ob und in welchem Maße fairer Handel in den zurückliegenden 15 Jahren die deutsche Gesellschaft beeinflusst und verändert hat. Die Ergebnisse zeigen: „In allen untersuchten Bereichen – bei Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und privatem Konsum – gibt es einen Trend hin zu verändertem Bewusstsein und Verhalten“, schreiben die Autoren des CEval Instituts in Saarbrücken in einer Pressemeldung zur Studie. Sie werten: „Der Faire Handel hat mit intensiver Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit dazu beigetragen.“

 

Mit dem Einkauf Zukunft für Entwicklungsländer schaffen

 

Bundesminister Müller: „Fair leben, fair einkaufen, fair produzieren. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass wir mit unserem Einkauf in Entwicklungsländern Zukunft schaffen. Am Anfang jeder Tasse Kaffee, jeder Schokolade oder Kleidungsstücks arbeiten Menschen auf Plantagen, im Baumwollfeld oder an Nähmaschinen. Immer mehr Menschen in Deutschland leben und kaufen fair und leisten damit ihren Beitrag, dass es am Anfang der Produktionskette bei Löhnen, Arbeitsbedingungen und beim Umweltschutz nachhaltig und gerecht zugeht. Wir leben in 'einer' Welt und jeder trägt dafür Verantwortung. Hier können wir einen ganz praktischen Beitrag leisten, Globalisierung gerecht zu gestalten – gegen eine Ausbeutung von Menschen und Ressourcen für einen Konsum, der für Entwicklung und Wachstum in den Entwicklungsländern sorgt."

 

Studie belegt Wirksamkeit des Fairen Handels

 

Die wohl sichtbarste Veränderung, so die beauftragenden Organisationen, sei die „deutlich vergrößerte Palette und Verfügbarkeit fair gehandelter Produkte“. Diese seien heute nicht nur in Weltläden, sondern auch in fast jedem Supermarkt, vielen Fachgeschäften sowie in der Gastronomie erhältlich. Somit könnten Verbraucherinnen und Verbraucher über einen nachhaltigen Konsum Politik mit dem Einkaufswagen betreiben.

„Auf politischer Ebene werden Einkaufspraktiken unter dem Stichwort Faire Beschaffung diskutiert, in der Wirtschaft wird der Faire Handel im Rahmen der Unternehmensverantwortung und des Rohstoffbezugs bedeutender“, urteilen die Auftraggeber der Studie. Als größter Erfolgsfaktor des Fairen Handels habe sich laut Studie das Konzept selbst erwiesen: „Der Faire Handel macht komplexe globale Problemzusammenhänge verständlich und liefert konkrete Lösungsansätze.“

Fairer Handel sei daher heute fester Bestandteil der Bildungsarbeit, etwa in Schulen, und habe unzählige ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer. „Fairer Handel begeistert nach wie vor. Er ist der lebendige Beweis dafür, dass der weltweite Handel gerechter und menschlicher gestaltet werden kann. Die kirchlichen Hilfswerke zählen zu den Pionieren des Fairen Handels und werden sich auch weiterhin für seine Anliegen engagieren“, sagt Klaus Seitz, der Leiter der Abteilung Politik bei Brot für die Welt.

 

Nach wie vor großes Veränderungspotential

 

Die Studie zeigt aber auch Grenzen des Fairen Handels auf und bescheinigt ihm weiterhin ein großes Potenzial für gesellschaftliche Veränderungen. „Fairer Handel soll nicht nur Vorbildfunktion haben, sondern die Regel sein. Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel die Prinzipien des Fairen Handels flächendeckend umzusetzen, unfaire Handelspraktiken zu beseitigen, und Menschenrechte entlang der Lieferketten durchzusetzen, bleiben eine Herausforderung“, erklärt Dieter Overath von TransFair. Vor allem auf dem politischen Parkett – auf nationaler wie internationaler Ebene – sollten die Themen „Gerechterer Welthandel“, „Nachhaltigere Entwicklung“ und „Nachhaltigerer Konsum“ stärker in den Mittelpunkt gerückt werden.


red

 

 

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