Fleischberg auf Rekordhöhe gewachsen

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Fleischproduktion erreicht erneut Rekordstand: Mit 297 Millionen Tonnen erzeugten Bauern und Metzger 2011 weltweit den größten Fleischberg aller Zeiten. Im laufenden Jahr soll er sogar über 300 Millionen Tonnen wiegen und damit im zurückliegenden Jahrzehnt um satte 20 Prozent gewachsen sein. Das berechneten Wissenschaftler des <Worldwatch Institutes (WI)</I> in Washington im Rahmen des Programms Nourishing the Planet.

Die große Dürreperiode im US-Mittelwesten sowie Tierseuchen dämpften die Fleischproduktion. Danielle Nierenberg und Laura Reynolds vom WI beschreiben in ihrem Report zudem einen leichten Rückgang des weltweit verzehrten Fleisch-Konsums: „Pro Kopf der Weltbevölkerung sank die Ration im statistischen Durchschnitt von 42,5 im Jahr 2010 auf 42.3 Kilogramm im vergangenen Jahr.“

 

Noch immer essen Reiche mehr als doppelt so viel Fleisch

 

Verglichen mit 1995 allerdings, essen wir heute gut 15 Prozent mehr Fleisch, berechneten die Forscherinnen. In den Entwicklungsländern holen sich die Menschen dabei 25 Prozent mehr Fleisch auf den Teller, in den Industrieländern kletterte der Fleischkonsum lediglich um zwei Prozent. In absoluten Zahlen sieht das Bild jedoch ganz anders aus: In armen Ländern essen die Menschen pro Kopf nur 32.3 Kilogramm, in Industrieländern aber 78,9 Kilogramm Fleisch im Jahr!

In den vergangenen zehn Jahren wurden die USA als größtes Schlachthaus der Welt zunehmend von den Ländern Südamerikas und jetzt auch Asiens abgelöst.

Die Forscher entschlüsselten in den Daten über die weltweite Fleischproduktion auch die Wege und die Gefahr, die von Erregern im Fleisch ausgeht. Immerhin sterben jährlich 2,7 Millionen Menschen an Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übersprangen. Drei Viertel dieser Seuchen – etwa das afrikanische Schweinefieber oder die Vogelgrippe - haben ihren Ursprung im Fleischverzehr.

Die Keimzellen dieser Krankheiten liegen dabei meist in der Massenhaltung der Tiere: Mit fast Dreiviertel aller Bestände sind dabei die Geflügelställe die wichtigste Brutstätte für diese auch für Menschen gefährlichen Krankheiten.

 

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