Fossile Brennstoffe sind Kostentreiber Nummer Eins

Heizen mit Öl und Gas – eine teure Angelgenheit Foto:wikimedia commons/geierunited

Für Heizöl und Benzin greift der deutsche Bürger am tiefsten in die Geldbörse. Fossile Brennstoffe belasten die Privathaushalte am meisten, so die Agentur für Erneuerbare Energien. Wer mit Öl heizt, muss heute mehr als doppelt so viel für eine warme Wohnung bezahlen als noch im Jahr 2000. Auch Erdgas ist über 70 Prozent teurer als noch vor 13 Jahren.

 

Ein normaler Privathaushalt zahlt für Heizung, Warmwasser und für’s Autofahren deutlich mehr als für Strom. Während Strom nur knapp 25 Prozent der Energierechnung ausmacht, schlagen Heizöl mit 35 Prozent und Benzin mit gut 40 Prozent zu Buche. „Im Sinne einer finanziellen Entlastung der privaten Haushalte und des Erreichens der Energiewendeziele muss der politische Fokus jetzt auf eine Wärmewende in den deutschen Heizungskellern gerichtet werden“, mahnt Phillip Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Doch droht dieser Aspekt im Schatten der Strompreisdebatte auf der politischen Agenda erneut nach hinten zu rücken.“

 

Der Umstieg auf grüne Wärme lohnt sich. Das zeigt eine aktuelle Berechnung der Agentur für Erneuerbare Energien am Beispiel eines typischen Einfamilienhauses: Auf 20 Jahre gerechnet kommt der Weiterbetrieb einer alten Ölheizung in diesem Fallbeispiel mehr als doppelt so teuer wie eine neue Pelletheizung oder eine Wärmepumpe. Auch der Umstieg von einer alten Gasheizung auf erneuerbare Heizungstechnologien spart am Ende Geld.

 

Wärme aus Holzpellets hilft der Umwelt und dem Geldbeutel

So kosteten Holzpellets im Oktober dieses Jahres 5,8 Cent pro Kilowattstunde. Wärmepumpenstrom ist laut Vergleichsportalen ab etwa 18,3 Cent pro Kilowattstunde zu haben. Eine Heizungsanlage, die mittels Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom etwa 3,5 Kilowattstunden Wärme macht, stellt ihre Heizenergie also für umgerechnet 5,2 Cent pro Kilowattstunde bereit. Öl und Gas waren im Oktober mit 8,1 bzw. 6,9 Cent je Kilowattstunde deutlich teurer.

 

Das Handlungspotenzial im Wärmebereich ist nach wie vor riesig. Gut 80 Prozent der Heizungsanlagen in deutschen Haushalten laufen noch mit fossilen Brennstoffen. Zudem sind mehr als drei Viertel der Heizungen nicht mehr auf dem Stand der Technik.

Das Ziel der Bundesregierung bis 2050 lautet: Ein CO2-neutraler Gebäudebestand. Somit unterstützt das Bundesumweltministerium Privathaushalte beim Wechsel zu einer effizienten und sauberen Heizung mit dem Marktanreizprogramm (MAP).

 

CFE

 

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