Mit Gaben der Natur nachhaltig Bauen und Sanieren

Foto: T. Sperner

Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft sind ineinandergreifende Systeme - darauf basiert der Gedanke der Nachhaltigkeit, der auf den Bergbauhauptmann Hans Carl von Carlowitz zurückgeht. Carlowitz erkannte im 18. Jahrhundert, dass es einen Zusammenhang zwischen Rodungen, Holzknappheit und gesellschaftlichen Entwicklungen gab und initiierte daraufhin den achtsamen, also nachhaltigen Umgang mit dem Rohstoff Holz, der nur noch in dem Maß verbaut werden durfte, in dem er auch wieder nachwuchs.

Heute verstehen wir unter Nachhaltigkeit neben der Beachtung wesentlicher Tipps zum Energiesparen im Haushalt nicht nur die materialeffiziente und umweltschonende Beschaffung von Bau- und Dämmstoffen, sondern insbesondere die Verwendung solcher Materialien, die sich ohne negative Folgen für die Umwelt verarbeiten und nach ausgiebiger Nutzung auch wieder entsorgen lassen.

 

Holz, Lehm, Hanf: Drei Gaben der Natur

 

Holz und Lehm haben als Baustoffe durchaus Tradition. Die kunstvolle Verarbeitung von tragenden hölzernen Teilen, die mit Flechtwerk und Lehm gefüllt sowie mit Holz verkleidet wurden, lässt sich beispielsweise in Frankfurt, in Esslingen oder am Niederrhein in Form von Fachwerkhäusern noch immer bewundern. Diese häufig mit Holzschindeln verkleideten Häuser sind zum Teil über 400 Jahre alt und verfügen über ein Raumklima, das es mit modernsten Neubauten aufnehmen kann.

Das hat ganz einfache Gründe: Holz hat gute dämmende Eigenschaften und klimatisiert, indem es Feuchtigkeit aufnehmen kann und diese nicht sofort an die Raumluft abgibt. Lehm wirkt luftreinigend und nimmt ebenfalls Feuchtigkeit auf. Beide Materialien sind umweltfreundlich sowohl in der Gewinnung als auch in der Entsorgung. Und natürlich lassen sie sich verarbeiten – so können dichte und formstabile Faserplatten aus Holzfasern als Dämmschicht verwendet werden. Lehm dient der Herstellung von ökologischen Lehmfarben und -putzen. Hanffasern und Zellulose werden ebenfalls zum Dämmen verwendet, entweder als Stopfware, oder als Meterware in Rollen. Letztere beispielsweise ist besonders gut für die Wärmedämmung im Fußboden geeignet.

 

Einsatzgebiet Altbausanierung wie auch Neubauten

 

Nachhaltige Baustoffe sind kein Privileg von Neubauten. Selbstverständlich können sie auch bei der Altbausanierung zum Einsatz kommen. Baustoffe, die sich ökologisch herstellen lassen, einfach und umweltfreundlich entsorgt werden können und dank der regionalen Verfügbarkeit ohne viel Energie- und Transportaufwand beschafft werden können, kommen auch der Gesundheit zugute. Denn baubiologisch bedenkliche oder toxische Stoffe sind nicht enthalten - hier wird mit Natur gebaut. Dabei hört nachhaltiges Bauen und Sanieren bei den verwendeten Bau- und Dämmstoffen noch nicht auf: Die Gebäudetechnik wird auf erneuerbare Energien ausgerichtet, Geothermie, Solaranlagen und Biomasse können genutzt werden. Die Anlagentechnik ist gefordert, denn bei der Bereitstellung von Trinkwasser, bei der Lüftung und Klimatisierung von Räumen, bei der Wärmeerzeugung und -verteilung spielt Nachhaltigkeit ebenfalls eine wichtige Rolle.

 

Anna Kunze

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Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


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