Gladizon: Einkaufen und dabei Helfen

Andreas Böh von Rostkorn Foto: Gladizon

Einkaufen und dabei Gutes bewirken: Wenn die Kunden von Andreas Böh von Rostkron auf dessen neuem Shoppingportal aus 40.000 Schreibwaren-, Büro- und Geschenkartikeln auswählen und einkaufen, helfen sie zugleich einer Charity-Organisation ihrer Wahl. Der 40-jährige Oberurseler und Wirtschaftsinformatiker will mit Gladizon Verantwortung übernehmen.

Der Ex-Banker startete Anfang November nach 14 Monaten Aufbauphase sein neues Social Business. Gladizon spendet zwischen 3 und 6 Prozent des Nettoumsatzes an eine Hilfsorganisation. „Das garantiere ich, denn das ist mein Geschäftsmodell“, sagt der Gründer. Jede und jeder, die oder der bei Gladizon einkauft, kann auswählen, wohin die Spende geht. Im ersten Jahr will Böh von Rostkron bei 420.000 Euro Nettoumsatz rund 21.000 Euro spenden. Mit global° sprach er über seine Motive für die guten Absichten:

 

Warum wird ein Banker zum Sozialunternehmer?

Andreas Böh von Rostkron: „Ich habe meinen Job bei einer großen deutschen Bank in Frankfurt gekündigt, weil ich davon überzeugt bin, dass sozial engagiertem Unternehmertum die Zukunft gehört.“

 

Einkaufen und Gutes dabei tun: Die Idee hatten auch schon andere Portalbetreiber: Was ist bei GLADIZON anders?

Bei Gladizon können Kunden einkaufen und direkt im Shop spenden, ohne Mehraufwand, ohne Weiterleitung oder Ähnliches. Der Kunde sieht sofort, wie hoch der exakte Spendenanteil seines Einkaufs ist. Von diesem Spendenbetrag zieht Gladizon keine Kosten für IT oder Verwaltung ab, sondern leitet ihn komplett an die gewählte Hilfsorganisation weiter. Bei jedem Einkauf. Immer.

 

Screenshot: Gladizon

Können sich alle NGO um eine Teilhabe bemühen - oder wählen Sie diese aus und wenn ja, nach welchen Kriterien?

Wir wollen sichergehen, dass das Geld dort ankommt, wo es gebraucht wird. Deshalb prüft Gladizon bei jeder gemeinnützigen Organisation, welche Projekte sie unterstützt und ob sie ein anerkanntes Spendensiegel hat. Wir schauen auch, wie hoch der Anteil an Verwaltungskosten bei der Organisation ist, und natürlich, wie offen und transparent sie mit Zahlen umgeht.

 

Können und wenn ja, wie können Ihre Kunden den Geldfluss und damit die Unterstützung "ihrer" NGO nachverfolgen?

Bei uns spielt Transparenz eine große Rolle. Zum einen sehen die Website-Besucher, welche Spendensummen für die einzelnen Hilfsorganisationen zusammengekommen sind. Zum anderen wollen wir mit Fotos und Videos von den Projekten zeigen, wie die Organisationen die Spenden einsetzen. Zusätzlich arbeite ich daran, dass ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer unseren Spendenprozess testiert.

 

Sozialengagement und Konsum: „Kein Widerspruch“

 

40.000 Produkte sind eine stolze Zahl. Legen Sie bei der Zusammenstellung des Sortiments ebenfalls und wenn ja, welche Standards an?

Gladizon bietet in der Tat eine breite Auswahl an Schreibwaren, Bastel- und Bürobedarf sowie Dekorations- und Geschenkartikeln. Es ist mir wichtig, dass es Markenprodukte und Waren von hoher Qualität sind. Artikel, die uns oder unsere Kunden qualitativ nicht überzeugen, nehmen wir konsequent aus dem Sortiment. Das gilt auch für Produkte, die wir aus Überzeugung nicht verkaufen möchten, wie zum Beispiel Kugelpistolen.

 

Ist das Sozialengagement nicht zweischneidig, weil es zugleich das Gewissen beruhigt und damit den stetig weiter steigenden Konsum, der Mitverursacher vieler Probleme ist, salonfähig macht?

Wir bieten hauptsächlich Produkte für den täglichen Gebrauch an. Deshalb wecken wir mit unserem Angebot keinen zusätzlichen Bedarf. Vielmehr haben Kunden bei Gladizon die Möglichkeit, mit dem ohnehin geplanten Einkauf etwas Gutes zu tun. Ich glaube nicht, dass Menschen absichtlich mehr kaufen, weil ein Teil des Umsatzes gespendet wird. Für bewusst konsumierende Kunden, die mehr spenden wollen, haben wir die Spendenkonten der einzelnen Hilfsorganisationen auf unserer Seite angegeben.


pit

 

 

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