Kapitalismus für Klimawandel verantwortlich

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Der Kapitalismus verschärft den Klimawandel: Mit deutlichen Worten verurteilt Stephen Bradberry vom Alliance Institute in New Orleans die Wirtschaft. Der Instituts-Direktor betont im Vorfeld der „Europäischen Toleranzgesprächen 2016“ (vom 11. bis 14. Mai im österreichischen Fresach/Kärnten), „dass Unternehmensinteressen menschliche Sicherheit ausstechen“.

Der Ex-Lehrer und Aktivist erklärt im Interview mit der Agentur Pressetext seine Thesen, wonach Kapital-Diktate negative Auswirkungen von Katastrophen verschärften oder diese überhaupt erst ermöglichten. Anhand der Beispiele des Hurrikans Katrina und des Öldesasters auf der Deepwater Horizon belegt Bradberry seine Behauptungen. Für Bradberry ist die übertriebene freie Marktwirtschaft und deren Folgen auch für aktuelle Migrationsbewegungen in Richtung Europa mitverantwortlich.

 

“Menschen zahlen hohen Preis, damit Kapitalisten verdienen“

 

Stephen Bradberry Foto: Pressetext

„Sowohl die Katastrophe nach Katrina als auch die BP-Ölkatastrophe resultierten aus der gleichen Ursache: freiem Marktkapitalismus“, sagt Bradberry, laut Pressetext in dem Interview. So seien die Überschwemmungen in 80 Prozent von New Orleans auf den Widerwillen der Bush-Administration, für die Erhaltung der Deichsysteme aufzukommen, zurückzuführen. Im Fall Deepwater Horizon wiederum hätten Behörden BP gestattet, gewisse Sicherheitsregeln nicht einzuhalten.

Was heute unter Klimawandel bekannt ist, sei Bradberry zufolge eine Auswirkung eben derartigen Denkens. Immerhin sei schon seit geraumer Zeit bekannt, dass wichtigen Industrien wie Öl und Gas oder die Nahrungsmittelproduktion negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können. „Wir als Gesellschaft haben aber im Namen von Jobs, Wirtschaft und dergleichen einfach weitergemacht.“ Den Preis dafür zahlt die Menschheit mittlerweile auch in Form humanitärer Krisen - beispielsweise die Flüchtlingsströme aus dem Nahen Osten.

 

Migration ist künstlich erzeugt: Wirtschafts-Ideologie verantwortlich

 

„Die Unruhen, die als 'Arabischer Frühling' bekannt wurden, waren das Resultat vieler Nahrungsmittelengpässe, in Zusammenhang mit Dürren sowie Internationaler Währungsfonds und Weltbank-Imperativen, die Sozialdienste gekürzt und auf 'Cash Crops' statt Selbstversorgung beharrt haben“, meint Bradberry. Diese Faktoren hätten Arme gezwungen, in bessere Gegenden zu ziehen. „Gepaart mit Bürgerkrieg und terroristischen Aktivitäten werden Heimatländer für das Gedeihen des Durchschnittsmenschen ungeeignet“, so Bradberry. Das führe zu jener Massenmigration, die wir heute beobachten. "Das Zurückdrängen dieser Bewegungen ist ein schlimmer Fall davon, 'den Opfern die Schuld zu geben'.“


red

 

 

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