„Stoppt den Handel mit Walfleisch – Stop Whaling!“ Mit dieser Forderung sorgte Greenpeace am vergangenen Freitag, 05. Juli 2013, für Aufruhr in der Hansestadt Hamburg.
Mit einem solchen Empfang hatte die „Cosco Pride“ wohl eher nicht gerechnet: Zehn Greenpeace-Aktivisten in Schlauchbooten erwarteten das Container-Schiff im Hamburger Hafen und geleiteten es bis zum Anlegeplatz am Europakai. Von einer „Ehrengarde“ hatte das freilich wenig an sich: An Bord des isländischen Frachters befanden sich 100 Tonnen Finnwalfleisch, das über Deutschland weiter nach Japan „geschmuggelt“ werden sollte. Von „Schmuggel“ kann insofern die Rede sein, bedenkt man, dass das Fleisch nach Informationen des Hamburger Abendblatts nicht angemeldet und sogar als „gefrorener Fisch“ falsch deklariert gewesen sein soll!

Im Vorfeld hatte bereits der Internationale Tierschutzfonds (IFAW) vor deutschen Umschlagswegen des Walhandels gewarnt. Im Februar/März 2013 hatte die isländische Reederei Samskip ihr Fleisch durch Rotterdam schleusen wollen. Dank einer Petition mit über einer Million Unterschriften ist der Umschlag von Walen im dortigen Hafen jedoch inzwischen untersagt.
„CITES-Abkommen wörtlich nehmen“
„Daran sollte sich Deutschland ein Beispiel nehmen“, sind sich der IFAW und Greenpeace einig. Für den Meeresbiologen Dr. Ralf Sonntag vom IFAW ist die „Alternativroute Deutschland“ keine Alternative. „Walfang ist grausam und unnötig. Die meisten Menschen lieben Wale – ich bin sicher, dass die Mehrheit der Deutschen entsetzt wäre, wenn sie wüsste, dass unsere Häfen Teil eines so blutigen und inakzeptablen Geschäfts sind“, erklärte er.
Der Hamburger Zoll hat das Fleisch an Bord des Frachters inzwischen festgesetzt. Ob der Weitertransport nach Japan gesichert ist, steht bislang noch nicht fest. Greenpeace appelliert an Bundesumweltminister Peter Altmaier sowie Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, den Umschlag von Walen in deutschen Häfen ein für allemal zu stoppen. Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES), zu dessen 180 Unterzeichnern auch Deutschland gehört, verbietet den Handel mit Walen. „Das müssen wir wörtlich nehmen“, verlangt Jörg Feddern, Meeresexperte bei Greenpeace.
In Island ist der Walfang nach wie vor gang und gäbe. Um die Insel finden jedes Jahr 184 Finnwale den Harpunentod. Sie sind nach den Blauwalen die zweitgrößten Säugetiere der Welt und außerdem bedroht. Da in Island keine Nachfrage nach ihrem Fleisch besteht, wird ein Großteil nach Japan exportiert, wo es zum Teil zu Hundefutter verarbeitet wird! „Wenn kein Hafen in der Europäischen Union bereit ist, Walfleisch umzuschlagen, hat der Transport von Island nach Japan keine Chance", hoffte Feddern im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt auf das baldige, endgültige Ende des internationalen Walfangs. NISO
Lesen Sie auch:
Gigantische Liebe: Pottwale adoptieren behinderten Delfin
Neue Walart entdeckt – vom Haikiller zum Blauwal?

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...