Keine Energie-Fresser mehr für den Hausputz

Staubsauger-Werbung Foto: Bosch

Schluss mit der Mogelpackung: Nicht die Watt-Zahl auf einem Staubsauger sagt, wie saugstark die elektrische Haushaltshilfe ist. Sie beschreibt nur, wie viel Strom das Gerät aus der Leitung zapft. Deshalb freut sich Präsidentin Maria Krautzberger vom Umweltbundesamt (UBA) über die zum 1. September 2014 geltenden neuen Regelungen: Dann müssen Staubsauger-Produzenten auf dem Etikett die Käufer und Nutzer über die wirkliche Saugkraft, den Lärm, den das Hausgeräts macht sowie die Reinheit der Abluft aufklären.

Allzu viele Jahre nutzten die Hersteller von Staubsaugern, so argumentieren die Experten im UBA die Watt-Angaben auf ihren Geräten und deren Verpackungen als willkommenes – aber die Kunden täuschendes - Werbeargument. Es führte die Verbraucher allenfalls an der Nase herum, wenn es bei denen den Eindruck erweckte, je größer die Watt-Leistung, desto gründlicher die Reinigungs-Wirkung. „Fakt ist: Sauger mit hohen Watt-Zahlen ziehen mehr Strom als Geräte mit niedrigen Watt-Zahlen und das häufig bei gleicher Saugkraft. Entscheidend für die Funktionalität ist die Staubaufnahme, die auch mit einer geringeren Watt-Zahl gewährleistet ist“, betont jetzt das UBA.

Zudem nehmen die neuen regeln die Produkt-Hersteller in die Pflicht. Sie müssen künftig garantieren, dass die Motoren der Staubsauger mindestens 500 Stunden laufen oder die Schläuche lange nutzbar sind.

 

Staubsauger-Etikett hilft auch Allergikern

 

 

Das neue Verbraucher-Etikett für Staubsauger

Warentester liefern den Beleg für die Behauptung der Wissenschaftler im Bundesamt. Sie bewiesen in ihren Versuchen, dass auch Staubsauger mit geringerer Watt-Angabe ordentlich Dreck vom Fußboden oder Teppich sammeln. Beim jüngsten Test der Stiftung Warentest zeigte das Ergebnis, „dass Staubsauger mit einer Leistungsaufnahme von 1.200 Watt die besten Geräte sind“.

Der Testsieger bei den Versuchen der Berliner Verbraucherschützer im Frühjahr 2014 kam sogar mit nur 870 Watt aus.

Umso mehr sollten Verbraucher lieber auf die jetzt neuen Angaben auf Staubsauger-Etiketten achten. Die müssen laut aktueller EU-Ökodesign-Richtlinie jetzt auch sagen, wie laut der Staubsauger ist und wie viel Staub er sowohl von Teppichen wie harten Böden aufnimmt. Und auch: Wie viel Staub er auch wieder in die Raumluft bläst. Letzteres dürfte vor allem für von Allergien geplagte Menschen ein wichtiger Punkt bei der Produktwahl sein.

 

Bessere Staubsauger sparen fünf Kraftwerke ein

 

Die Zeit der Energie-Schleudern fürs Putzen in der Wohnung dürfte mit der neuen EU-Verbraucher-Regel passé sein. Ab 1. September 2014 dürfen neue Staubsauger nur noch 1.600 Watt verbrauchen. Vom 1. September 2017 gar müssen sie ihren Stromverbrauch sogar auf unter 900 Watt zügeln.

Für UBA-Chefin Krautzberger ist dies längst überfällig. Sie rechnet vor, dass die jetzt umgesetzten EU-Vorgaben „bis zum Jahr 2020 zu einer Einsparung von rund 18 Milliarden Kilowattstunden“ Strom führen dürften. Das entspreche, so Maria Krautzberger, „knapp fünf Kraftwerken“.


pit

 

 

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