
Die Steuervorteile des Diesels innerhalb der EU sollten komplett gestrichen werden. Das fordern Experten des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) als Ergebnis ihrer aktuellen Studie.
Würde Diesel an deutschen Zapfsäulen rund 20 Cent pro Liter teurer, ließen sich die CO2-Emissionen und der Ausstoß von Stickoxiden (NOX) binnen fünf Jahren um zehn Prozent senken. Das berichtet jetzt die Agentur Pressetext über die Studie.
Vier Milliarden Euro mehr pro Jahr für ÖPNV
Laut der Agentur reagieren demnach vor allem Dieselfahrer auf Spritsteuererhöhungen deutlich preissensibler als bisher angenommen: Bei einem Preisanstieg von 20 Cent pro Liter würden sie etwa 14 Prozent weniger Kraftstoff tanken. Eine weitere Erkenntnis der Experten: Die Steuerhaushalte von Deutschland und Frankreich hätten bei einer neuen Diesel-Steuerpolitik jährlich jeweils rund vier Milliarden Euro mehr in der Kasse. Italien, Spanien und die die Niederlande würden über jeweils etwa eine Milliarden Euro pro Jahr mehr verfügen.
Geht es nach dem Willen der Fachleute, sollte das zusätzliche Geld dann in den öffentlichen Nahverkehr oder die Forschung und Entwicklung von sauberen Antriebstechnologien investiert werden. "Wenn die Verkehrswende mit Elektroautos in Gang kommt, sind die Probleme mit Diesel-Autos nicht einfach gestoppt. Auf dem Land und für den Fernverkehr blieben sie weiter attraktiv, denn weniger Spritnachfrage führt zu einem Preisverfall, was eine höhere Nachfrage nach Diesel nach sich ziehen kann", erklärt MCC-Wissenschaftler Koch.
"Verhaltensänderung anstoßen"
Koch gibt auch zu bedenken: "Weil aber gerade Diesel-Fahrzeuge meist von Firmen genutzt werden, die besonders empfindlich auf die Preise an der Zapfsäule reagieren, liegt hier auch ein hervorragender Ansatzpunkt für die Politik, um eine Verhaltensänderung anzustoßen." Die Forscher haben anhand von EU-Daten - etwa über die Flottenzusammensetzung und den Spritkonsum - bestimmt, wie stark die Fahrer von Benzin- und Diesel-Autos auf höhere Spritpreise reagieren. Sie berechneten dann, wie sich Emissionen durch eine Abschaffung der Dieselsteuervorteile einerseits und einer CO2-Steuer andererseits verändern würden.
Um den reinen Preiseffekt hervorzuheben, wurde angenommen, dass das Einkommen sowie die Fahrzeugflotte gleich bleiben. Beide Maßnahmen könnten erheblich zur Senkung der NOX-Emissionen und Einhaltung der CO2-Reduktionsziele in der EU beitragen, meinen die MCC-Forscher. "Um Fahrverbote zu vermeiden, sollte die Politik jede Chance nutzen und auf ein Ende der Diesel-Steuervorteile zurückgreifen, die bereits unmittelbar erhebliche Emissionsreduktionen mit sich bringen", schließt MCC-Direktor Ottmar Edenhofer.
red
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