
Sie haben es satt! Bayerische Milchbauern, Verbraucherschützer, Gentechnikgegner, Imker und Umweltverbände geht die Agrarpolitik im Freistaat mächtig gegen den Strich. Regional und vielfältig statt großindustriell und gentechnisch, ist ihre Forderung. Diese wollen sie den bayerischen Volksvertretern, zwei Monate vor den Wahlen noch mal vermitteln: Am 13. Juli marschieren sie in München groß auf. Vor der Staatskanzlei und am Odeonsplatz wird demonstriert!
„Wir wollen Taten statt leerer Versprechungen, denn Bayerns Landschaft ist in großen Bereichen längst nicht mehr artenreich. 18 Hektar werden täglich zubetoniert, mehr als 1000 Bauernhöfe werden jedes Jahr aufgegeben. 25 Prozent der Ackerfläche sind „vermaist“ und die Industrialisierung der Tierhaltung macht auch vor Bayern nicht halt“, bringt es Agrarreferentin Marion Ruppaner vom Bund Naturschutz in Bayern e.V. auf den Punkt.
Ziel: „Agrarindustrie und Flächenfrass stoppen!“
Frau Ruppaner wird mit ihrer Kollegin Anja Sobczak vom Umweltinstitut die Moderation auf der „Mir hams satt“-Demonstration in München führen. Unter dem Motto „Agrarindustrie und Flächenfrass stoppen!“ fordern sie gemeinsam mit vielen weiteren Verbänden eine nachhaltige Wende der bayerischen Agrarpolitik.
Bayern soll gentechnikfrei werden. Die Landwirtschaft soll wieder von Familienbetrieben und regionalem Anbau geprägt sein, statt von Großindustriellen und Massentierhaltung. Gesundes und ökologisch erzeugtes Essen sowie faire Preise und Löhne würden nicht nur den Bayern, sondern schließlich auch den Hungernden weltweit helfen.

„Mehr Einsatz für bayerische Bauern“
„Umschichtung der Agrarfördermittel von groß zu klein, weg von den 1000 Hektar-Betrieben, hin zu den ersten 50 Hektar für alle Bauern. Geldmittel für bunte Äcker und Wiesen statt Einheitsgrün und Monokulturen“, fordert Frau Ruppaner von den bayerischen Politikern. Diese müssten endlich handeln, denn „die Bilanz knapp 4 Jahre nach den letzten Wahlversprechungen ist ernüchternd. Wir haben eine Politik der leeren Versprechungen. Wir wollen endlich Entscheidungen, wie den Beitritt Bayerns zum europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen und einen Einsatz für Bayerns Bauern.“
Nicht nur Frau Ruppaner und der Bund Naturschutz in Bayern haben es satt, sondern auch viele Bürger. Ihr Konsens: Eine bessere Agrarpolitik muss her. So wird die Demonstration von vielen bayerischen Verbänden und Organisationen unterstützt. Am Samstag, den 13. Juli marschieren sie alle mit. Die Sambagruppe Münchner Ruhestörung trommelt um 10.30 Uhr am Odeonsplatz zum Auftakt. Um 11 Uhr begrüßen Frau Ruppaner und Frau Sobczak die Münchner Demonstranten. Es folgen mehrere Reden und weitere Musikgruppen. Um halb eins geht’s dann mit Traktoren los Richtung Staatskanzlei.
Jeder kann bei der ersten bayerischen Großdemo gegen Agrarindustrie und Flächenverbrauch mitwirken! Alle Infos zur Demo gibt’s auf Mir hams satt.
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