
Trotz Denkmalschutz Glas für Altbauten ist möglich. Holz ist zwar nach wie vor eines der beliebtesten Materialien für Fensterrahmen und auch neue Beschläge sind in alter Form und Materialtechnik, etwa Messing oder Bronze, erhältlich. Es müssen also keineswegs immer neue Werkstoffe wie Aluminium oder Kunststoff sein.
Davon abgesehen lassen sich die notwendigen Beschläge und auch Fenster- und Türrahmen auf die Optik eines Altbaus abstimmen.
Was bei Verwendung in denkmalgeschützten Altbauten zubeachten ist
Für die Verwendung modernen Glases in Altbauten bestehen seitens der Denkmalbehörden keine einheitlichen Vorgaben. Abhängig ist dies vom jeweiligen Baustil und dem Alter. Der Besitzer eines Gebäudes im Bauhausstil hat es da sicherlich leichter als etwa der Eigentümer eines Fachwerkhauses aus dem späten Mittelalter. Aber selbst dafür bestehen Lösungen.
Obwohl denkmalgeschützte Gebäude nicht der Energieeinsparverordnung unterliegen, haben die Eigentümer durchaus ein Interesse daran, wärmedämmende Maßnahmen daran durchzuführen. Bei älteren Gebäuden, die beispielsweise historisch bedingt Butzenscheiben als Fenster besitzen, bleibt nur die Kombination der alten mit der modernen Glasbautechnik. Natürlich in Absprache mit dem Denkmalamt. Hierzu bieten Glas-Hersteller und Fensterbaufirmen verschiedene Verfahren an, die den energieeffizienten Einbau ohne Beeinträchtigung der Bausubstanz und der Optik erlauben.
Passt ein moderner Ausbau auch in einen Altbau?
Diese Frage wurde durch Architekten und Bauherren, gerade an öffentlichen Bauten, schon mehrfach beantwortet. Jedoch nicht mit einem klaren Ja oder Nein. Die Art und Weise, ein Gebäude zu betrachten, wird immer subjektiv bleiben. Immerhin bestehen Bemühungen, den Altbau mit moderner Glastechnik zu verbinden, eine Harmonie herzustellen. Die wirklich gelungenen Lösungen ergeben sich aus einem sanften Übergang der alten Bauweise in die moderne Architektur. Im besten Fall werden hierzu im Ausbau Materialien verwendet, die in der historischen Bausubstanz vorkommen. Im privaten Hausbau ist dies meist Holz, etwa ein Dielenfußboden, der in gleicher Tönung im neuen Teil des Gebäudes weiter geführt wird. Befinden sich nun im Ausbau große Fensterflächen, so bieten diese optisch den Einblick in den historischen Teil des Hauses, quasi einen ungetrübten Blick in die Vergangenheit.
Natürlich benötigen auch moderne Glasflächen einen Rahmen oder Befestigungen, die wiederum der bestehenden Bausubstanz entsprechen sollte. Es gibt Lösungen, in denen die tragende Konstruktion eines Anbauteiles mittels Stahlträger oder auch aus Aluminium gefertigt wurde. Das Ganze wird an den Altbau „angeflanscht“. Wenn die alte Architektur dies erlaubt, eventuell ein Haus im Stil des Architekten Le Corbusier, dann ist es akzeptabel. Zudem ist eine derartige Baukastenweise aus vorgefertigten Elementen recht günstig.
Das Gleiche jedoch an einem Fachwerkhaus anzubringen, wäre schlicht Stilbruch.
Viel Glas lässt sich mit einem Altbau durchaus vereinen
Ausgehend von der Prämisse, dass der größte Teil der Bestandsbauten in Deutschland dem Bauboom der Wirtschaftswunderjahre entstammt und hierbei meist ein recht schlichter Baustil aus verputztem Ziegelmauerwerk mit Satteldach vorherrscht, lässt sich ein Aus- oder Anbau mit großen Glasflächen ohne Schwierigkeiten realisieren. Die wohl beliebteste Form ist die Umgestaltung der Terrasse zum Wintergarten als Teil der Wohnfläche. Aufgrund der verputzten Wandflächen lassen sich beliebige Anpassungen vornehmen, ob nun in Aluminium, Kunststoff oder Holz. Die großen Glasflächen des Wintergartens ergeben eine freundliche, helle Atmosphäre und der einheitliche Baustil bleibt meist über die jeweilige Farbgebung gewahrt.
Ebenso können große wie kleine Balkone mittels flexibler Fensterelemente je nach Bedarf Freiluftsitz oder Teil der geschlossenen Wohnung sein. Viel Glas und ein Altbau können also durchaus Gegensätze sein, die sich nicht nur anziehen, sondern miteinander harmonieren.
Jürgen Sulzbacher
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