
Nachhaltiger Auftritt: Holzfußböden scheinen die Umwelt zwangsläufig zu belasten. Der Energieaufwand zur Herstellung ist vergleichsweise hoch, zudem sind die gefällten Bäume vermeintlich verloren. Dass es sich dabei aber keineswegs um ein notwendiges Übel handelt, zeigen einige nachhaltige Bodenbeläge. Neben dem Umweltschutz sprechen zudem ganz andere Eigenschaften für den Einsatz natürlicher Hölzer.
Zu den nachhaltigen Bodenbelägen zählen vor allem Kork, Linoleum, Bambus und Parkett. Maßgeblich für die Bestimmung der Nachhaltigkeit ist die Verwendung von natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen, die zudem eine geringe Schadstoffbelastung aufweisen.
Nachhaltige Böden: Keine Schadstoffe in der Raumluft
Eine solche Belastung kann bei Teppichen leider nicht ausgeschlossen werden. Bei verschiedenen Laminaten oder Böden aus Polyvinylchlorid (PVC) kann dies einen negativen Einfluss auf die Raumluft haben.
Gerade PVC beeinträchtigt mit seinen Ausdünstungen nicht nur bei der Herstelllung und Entsorgung Luft und Umwelt. Auch während der Nutzung kann dies zu Problemen führen: Vor allem Kinder sind dabei gefährdet. Sie reagieren empfindlicher auf diese Belastungen, spielen zudem nicht selten auf dem Boden.
Der beispielsweise für Schnuller und Kinderspielzeuge verbotene Einsatz von Weichmachern ist in PVC-Böden nicht unüblich.
Angenehmes Hautgefühl: Weicher Kork speichert Wärme
Ein nachhaltiger Boden gefährdet seine Bewohner nicht durch diese Schadstoffe. Auch die Natur wird in möglichst geringem Maße beeinträchtigt. Wer nach nachhaltigen Materialien für Böden sucht, muss auch die Frage einer möglichen Wiederaufforstung und eines möglichst geringen Wasserverbrauchs beantworten.

Bei der Korkeiche stellt sich erstere Frage nicht: Der in Ländern wie Spanien und Portugal wachsende Baum muss für die Gewinnung des Rohstoffs nicht gefällt werden, das Abschälen der Rinde genügt. Alle neun bis elf Jahre ist sie wieder so weit nachgewachsen, dass eine erneute Ernte möglich ist.
Weil die Lebenserwartung der Bäume bis zu 350 Jahre beträgt, ist eine entsprechend häufige Ernte möglich - ganz ohne Zerstörung des Ökosystems. Zudem qualifizieren die objektiven Materialeigenschaften Kork für den Einsatz als Bodenbelag: Die geringe Dichte mit den vielen Lufteinschlüssen sorgt dafür, dass Kork zum einen sehr elastisch ist, zum anderen aber eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzt. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Kork gut isoliert und viel Wärme speichert. Beide Eigenschaften sorgen für ein angenehmes Trittgefühl - auch ohne Schuhe.
Eine weitere positive Eigenschaft besteht darin, dass Kork unempfindlich gegen Schädlinge ist und nicht gesondert chemisch behandelt werden muss.

Der Rohstoff Bambus überzeugt vor allem durch sein schnelles Wachstum: Rund einen Meter pro Tag kann eine Bambuspflanze wachsen, zur Ernte ist sie bis zu 30 Meter hoch. Sechs bis sieben Jahre vergehen durch das Verholzen, bis der Bambus hart genug zur Nutzung ist. Dabei kann nach diesem Zeitraum etwa viermal mehr Holz gewonnen werden, als dies bei einer Eiche der Fall ist - die zudem 60 bis 80 Jahre bis zur Verwertung gedeihen muss.
Dass das schnelle Wachstum der Bambuspflanze nicht zu Lasten der Qualität geht, zeigt besonders die hohe Widerstandsfähigkeit: Der Härtetest nach Brinell ergibt für die Eiche 34 Newton je Quadratmillimeter. Bambus dagegen kann sogar mit 40 Newton auf derselben Fläche belastet werden.
Wegen der hohen Strapazierfähigkeit ist Bambus darüber hinaus auch für den Außenbereich geeignet. Er verträgt die Feuchtigkeit ganz ohne chemische Behandlung.
Autorin: J. B.
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