Neues Gesetz dämmt Elektromüll nicht ein

Foto: DUH/Markgraf

Wieder einmal gilt: „Bloß schön gedacht...“ Nach Recherchen der Deutschen Umwelthilfe (DUH „ignorieren“ nicht nur „IKEA und Amazon“ die neue gesetzliche Rücknahmeregelung für alte Elektrogeräte. Die DUH zieht nach Stichproben in 45 Unternehmen eine miese Bilanz des neuen Elektrogesetzes: Die „Mehrheit des Handels informiert Verbraucher schlecht oder verweigert die Annahme von Elektroschrott“.

Gut einen Monat gilt das neue Elektrogesetz. Jetzt „können Verbraucher bestimmte Elektrogeräte bei großen Händlern abgeben, damit diese ordnungsgemäß entsorgt werden“, erklären die Umwelt- und Verbraucherschützer. Der Test des Verbands deckt dagegen auf: „Die Mehrheit informiert die Verbraucher nicht oder fehlerhaft, erschwert die Rückgabe alter Geräte durch zusätzliche Kosten, lange Wartezeiten und einen hohen Packaufwand oder nimmt sie gar nicht zurück.“

 

DUH: Neues Elektrogesetz unpraktikabel – Entsorgung oft illegal

 

Die DUH fordert den Handel auf, die Gesetzesverstöße sofort zu beenden, Verbraucher aktiv darüber aufzuklären, wie sie ihre alten Elektrogeräte zurückgeben können und die Rückgabe einfach und verbraucherfreundlich zu gestalten. Denn laut der neuen Regelung im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) können Verbraucher Elektrogeräte mit einer geringeren Kantenlänge als 25 Zentimeter in haushaltsüblicher Menge und je ein großes Elektrogerät beim Kauf eines funktionsgleichen Geräts kostenlos abgeben. Voraussetzung dafür ist, dass der Händler Elektrogeräte auf einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern verkauft.

Die DUH moniert jedoch diese Regelung als „unpraktikabel“. Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch: „Mit Hinweis auf die Verkaufsfläche von Elektrogeräten verweigern zahlreiche Händler die Altgeräterücknahme. Der Kunde müsste nun mit einem Maßband das Ladengeschäft vermessen, um sein Rückgaberecht durchzusetzen. Das ist absurd, verbraucherunfreundlich und in vielen Fällen sogar illegal.“

 

DHU fand Verstöße gegen neues ElektroGesetz bei vielen Händlern

 

Besonders Kunden von Online-Händlern seien nicht in der Lage, eine behauptete kleinere Lagerfläche zu überprüfen. Resch sagt daher: „Der Handel sabotiert die Sammlung von Elektroschrott, wie sie die Umwelt- und Verbraucherschutzpolitik vorgibt. Es ist ein Skandal, dass neben Amazon und Ikea auch andere große Handelsunternehmen mit hohem Umweltanspruch, wie Obi oder Karstadt, die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen.“ Seine Kritik belegt Resch mit den Untersuchungen seiner Tester: Das Personal bei Obi verweigerte die Rücknahme von Großgeräten und wollte auch mehr als zwei Kleingeräte nicht annehmen. Bei Karstadt verlangte das Personal – laut DUH – sogar Gebühren, wenn es Altgeräte bei der Lieferung von funktionsgleichen Neugeräten mitnehmen sollte.


pit

 

 

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