Nightswapping und Gamping: Reisen mit Austausch

Zelten in Privatgärten Foto: gamping.com

Für ein Wochenende nach London fahren und für die Übernachtungen nur 9,90 Euro Vermittlungsgebühr zahlen? In der Bretagne in einem Privatgarten zelten ohne Angst zu haben, von den Besitzern erwischt zu werden? Die Internetportale Nightswapping und Gamping machen es möglich: Sie sind Teil des Trends weg vom Massentourismus hin zum weltweiten Austausch zwischen Reisenden.

 

Nächtetausch und persönlicher Kontakt

 

Nightswapping beruht auf dem Tauschprinzip: Wer seine Wohnung, sein Haus oder sein Gästezimmer auf der Internetseite anbietet und Gäste empfängt, bekommt die Nächte gutgeschrieben. Diese kann der Nightswapper dann einlösen wann und wo er will. Dabei wohnt er wie die Menschen in seinem Zielland und hat trotzdem die Freiheit, zu tun und zu lassen was er will. Das Ganze ist kostenlos, lediglich eine einmalige Vermittlungsgebühr pro Aufenthalt ist an die Organisatoren zu zahlen. Auch Mieter dürfen hier ihre Wohnung anbieten: Weil Nightswapping ohne Geldaustausch funktioniert, handelt es sich nicht um Untermiete. Es ist als kämen Freunde zu Besuch und vielleicht freundet sich der eine oder andere ja tatsächlich mit seinen Übernachtungsgästen an. Sicher ist, dass Nightswapper Kontakt zu Menschen aus aller Herren Länder bekommen.

 

 

Zelten in fremden Gärten: ganz legal

 

Auch beim Gamping bekommen Reisende sofort Anschluss bei der lokalen Bevölkerung: Hier dürfen Camper in Privatgärten übernachten – gegen einen geringen Preis pro Nacht. Die Idee hatte der Gründer Joseph Léopold, als er nach vielen Nächten des wilden Campens heimkehrte und vor verschlossenen Türen stand. Die Nacht, die er daraufhin in seinem eigenen Garten zeltete war die beste der ganzen Reise und so gründete er Gamping – Garden Camping. Für Besitzer eines Grundstücks ist Gamping eine gute Möglichkeit, den Gästen die Schönheit ihrer Gegend zu zeigen und nebenbei ein bisschen dazuzuverdienen. Für Camper bedeutet es eine billige, sichere Unterkunft und einen persönlichen Empfang.

 

Noch gibt es außerhalb von Berlin in Deutschland nicht viele Nightswapping-Angebote und die Zeltmöglichkeiten in Privatgärten konzentrieren sich bisher vor allem auf das Gründungsland Frankreich. Aber die beiden Ideen werden sich sicher schnell verbreiten: Sie machen Reisen billig und versprechen authentische Erfahrungen – den Austausch zwischen Menschen aus verschiedensten Ländern und Regionen fördern sie außerdem. FME

 

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