
Faules Obst: „Deutsche Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe sind mitverantwortlich für die unhaltbaren Zustände in der Bananen- und Ananasproduktion.“ Diesen schweren Vorwurf erhebt die Menschenrechts- und Entwicklungs-Organisation Oxfam in einer aktuellen Studie.
Das Ergebnis der Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheit“: Die Händler legten ihr Augenmerk ausschließlich auf die makellose Ware fürs Regal. „Dass die Menschen, die sie ernten, dabei vergiftet werden“, interessiere sie aber nicht die Bohne, zitiert jetzt auch die Zeit aus das Fazit des Oxfam-Berichts.
Auch Nachhaltigkeits-Siegel garantieren keine bessere Ware
Das Schlimme daran: „Die Verstöße sind demnach auch auf von Rainforest Alliance zertifizierten Plantagen festgestellt worden“, schreibt die Wochenzeitung. Offenbar interessieren die Produzenten, die für ihre Studie 200 Arbeiter auf Ananas- und Bananen-Plantagen in Ecuador und Costa Rica befragten, weder Arbeitsbedingungen noch Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Die müssen im Pestizid-Nebel ernten, den Sprühflugzeuge über dem Anbau auf die Pflanzen verteilen. Die Folge sind Behinderungen, Fehlgeburten und Krebsleiden.

Franziska Humbert, die Oxfam-Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte, unterstreicht das „schockierende“ Ergebnis der Untersuchung mit Beispielen: „Große Unternehmen, die Nachhaltigkeit preisen, leiten ihre mit Chemikalien verseuchten Abwässer in direkter Nähe zu Trinkwasserreservoirs in die Umwelt ein – und verdecken das noch nicht einmal.“ Ihre Organisation greift daher die deutschen Supermärkte an, die mit Nachhaltigkeit bei ihren Kunden werben, sich aber offensichtlich auch nicht um die Produktionsbedingungen kümmern, sondern sich blind auf die Siegel – etwa von Rainforest Alliance - verlassen.
Die Studie sage anderes aus: „Unsere Recherchen vor Ort belegen jedoch, dass hierdurch die größten Probleme wie die Belastung durch Pestizide und die Verletzung von Arbeitsrechten nicht gelöst werden.“ Als Konsequenz fordert Oxfam die deutschen Super-Marktketten auf, „ihrer ökologischen und sozialen Verantwortung gerecht zu werden“, heißt es in der Studie. Das bedeute mindestens: menschenwürdige Arbeitsbedingungen, nachhaltige Anbaumethoden und die Zah-
lung fairer Preise an ihre Lieferanten, so die Organisation.
pit
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