
Gewinner des Dieselskandals: die Post Während die gesamte deutsche Automobilbranche mit den Folgen der Abgasmanipulationen bei Dieselmotoren kämpft, freut sich der Bonner Logistikkonzern über die rege Nachfrage seines Eigengewächses. Der Elektroscooter der Post ist ein Renner. Seine Produktion will der Paketdienstleisetr jetzt sogar verdoppeln.
Eine echte Erfolgsstory: Obwohl die etablierten - oder arroganten(?) - Autoproduzenten vom Elektro-Lieferwagen der Post nichts wisssen wollten und die Logistiker gezwungenermaßen ihren Lieferwagen mit kleineren Dienstleistern selbst bauen müssen, wird der Elektrotransporter jetzt zum Verkaufsschlager am kriselnden Automarkt. "Nach Angaben von Finanzchefin Melanie Kreis verzeichnet die Post eine rege Nachfrage nach ihrem in Eigenregie entwickelten Elektrotransporter", schreibt das Magazin Spiegel über den gelben Transporter, der ohne Abgasproduktion durch immer mehr Innenstädte in Deutschland kurvt, um Pakete zuzustellen. Die Kapazitäten zur Produktion der Elektrofahrzeuge sollen laut der Onlineausgabe des Nachrichtenmagazins, "bis Ende des Jahres von derzeit 10.000 auf bis zu 20.000 verdoppelt werden".
Streetscooter stellt etablierte Autobauer mit seinem E-Mobil bloß
Die Post plant dafür offensichtlich, in NRW eine eigens für den Bau des Scooter geplante Fabrik für dessen Bau zu errichten. Das Management des Logistikkonzerns halte Verkaufszahlen von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr für denkbar. "Zunächst aber soll die Modellpalette erweitert werden: Zusammen mit Ford entwickelt der Konzern nun auch große Transporter", schreibt Spiegel-Online.
Denn beim Scooter geht die Post ab. Der heute in einer ehemaligen Waggonfabrik in Aachen produzierte Lieferwagen peilte nach den Visionen von Briefvorstand Jürgen Gerdes vor Jahresfrist damals noch unglaubliche 70.000 Fahrzeuge an. Der tatsächliche Erfolg übersteigt diese Zahlen längst. Schon vor Monaten schwärmt Gerdes laut Tech-Portal Heise: "Wir sind Betreiber einer der größten Fahrzeugflotten in Deutschland."
Konzernchef Frank Appel winkt damals noch ab: Ein Automobilkonzern wolle die Post nicht werden. Das scheint heute anders zu sein...
Das Geheimnis des gelben Lieferflitzers: Er ist einfach, preiswert und funktional -kommt ohne ohne Schnickschnack und Design-Spielerei aus. Gemeinsam mit zwei Gründern und der Hilfe der Aachener RWTH wagte das Unternehmen die Produktion mit ihrer Streetscooter GmbH - und zeigt der gesamten Mobilitätsbranche, wie moderne Gebrauchswagen sein sollten.
pit
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