Renaissance der AKW – dezentral und mini

Prinzip des Mini-AKW Grafik: NuScale Power

Doch kein Atomausstieg: In Russland und den USA tüfteln Experten an Minireaktoren. Sie sollen nach einem Bericht der New York Times die Unabhängigkeit der Energieversorgung sichern und den High-tech-Export beflügeln.

Das US-Energieministerium genehmigte jetzt 226 Millionen Dollar (rund 164 Mio Euro). Damit will die kleine Firma NuScale Power aus Corvallis in Oregon Unterwasserreaktoren entwickeln. Sie könnten, da sie klein genug sind, vielerorts als dezentrale, lokale Kraftwerke Strom erzeugen. Die kleinen Ausmaße, so hofft das Ministerium, machten im Katastrophenfall zudem eine Kernschmelze unwahrscheinlicher.

 

Fukushima als Denkanstoß für neues AKW-Design

 

Entwickler Jose N. Reyes hatte das Unglück von Fukushima zu seiner Planung angeregt: Seine Lösung ist die viel kleinere Dimension des AKW: Der bislang lediglich als Computermodell existente Meiler wird nur rund 25 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 4,5 Meter. Reyes: „Dadurch ist die Gefahr der Überhitzung kleiner.“ Er vergleicht seinen Reaktor mit Kaffee: In kleinen Tassen kühle der Inhalt rascher aus als im größeren Pott.

Fukushima AKW-Unfall Foto: VOA/S Herman

Erhöht werde die Sicherheit, so der NuScale Power -Experte, weil seine Reaktoren jeweils in einem fast 40 Millionen Liter fassenden Wassertank steckt. So werde die Anlage zusätzlich gekühlt. „Simplizität ist Trumpf“, sagt der Wissenschaftler über sein Konzept, das er mit seiner auf dem Gelände der Oregon State University liegenden kleinen Entwicklerschmiede verfolgt.

NuScale Power ist nicht die einzige Firma, die diesen Weg erkannte. Auch der Konzern Babcock & Wilcox setzt auf ein Kleinkraftwerk. Mit 180 Megawatt ist es allerdings viermal größer als jenes von NuScale Power . Auch Babcock & Wilcox erhält vom US-Energieminister eine Tranche aus einem 452 Millionen Dollar schweren Fördertopf für neue AKW.

 

Russland will schon 2016 ein erstes Klein-AKW in Betrieb nehmen

 

Die Idee der Mini-AKW ist nicht völlig neu. Schon öfter überlegten Energieforscher, damit dezentrale Kraftwerke zu bauen. In Russland arbeitet daran Rosatom . Deren Direktor Sergey V. Kirienko kündigte jetzt an, dass nahe St. Petersburg schon 2016 das erste Kraftwerk den Betrieb aufnehmen soll. Damit eröffnet Russland auch das Rennen um neue Kunden. Darauf nämlich zielen die technologiebegeisterten Entwickler und ihre Finanziers.


pit

 

 

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