Scheinbar Einigung im Solarstreit EU - China

Sonnenkraftwerk Foto: Wikimedia/W. J. Pilsak

Handelkrieg um Solarmodule verhindert: China und die EU scheinen ihre Preisschlacht um günstige Solarmodule abgewendet zu haben. Laut aktuellen Presseberichten einigte sich EU-Handelskommissar Karel de Gucht mit den Herstellern im Reich der Mitte auf Mindestpreise beim Import chinesischer Sonnenkraft-Komponenten. Diplomaten nennen einen erzielten Kompromiss-Preis von 56 Cent pro Kilowattstunde.

Laut einem Bericht des Magazins Stern sprach de Gucht von einer "freundschaftlichen Lösung", die zu einem "neuen Gleichgewicht" auf dem europäischen Markt der Solarmodule führen werde.

Der Energiesprecher der Grünen-Frakton im Bundestag Hans-Josef Fell relativierte das Ergebnis: Es sei gut, „dass Strafzölle von 47 Cent abgewehrt wurden“. Er monierte aber, „die Festlegung von Mindestpreisen ist dennoch keine optimale Lösung, da sie im wichtigen Sektor von Silizium-Modulen dem Markt den Innovationsschwung zur Kostensenkung nimmt.“

 

Solarindustrie: Eigene Forschung ist besser als Klage gegen Konklurrenz

 

EU-Handelskommissar de Gucht hatte in einer Erklärung keinen Preiskompromiss genannt. Ein Preis könne erst dann offiziell genannt werden, so der Stern, wenn alle Mitgliedstaaten über das Verhandlungsergebnis informiert wären und dem Ergebnis ihr Plazet erteilt hätten. Das Magazin zitiert Diplomatenkreise: „dass China künftig pro Jahr Solarmodule mit einer Leistung von insgesamt sieben Gigawatt nach Europa exportieren darf. Dabei müsse ein Mindestpreis von 56 Cent je Watt eingehalten werden. Alle weiteren Exporte sollen den Angaben zufolge einem Antidumpingzoll von 47,6 Prozent unterliegen.“

Grünen-MdB Fell rät zugleich den europäischen Herstellern von Solarmodulen, statt auf Klagen gegen die chinesischen Konkurrenten vor dem Europäischen Gerichtshof zu setzen. Sie würden „auch nicht helfen, da sich Hochpreismodule auf Dauer am Markt nicht halten können“. Er rät den Firmen daher, „eigene Entwicklung und Forschung voran zu treiben, statt Konkurrenten zu beklagen.“

 

 

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