C2C-Shop: Start-up verkauft Produkte ohne Abfall

Start-up-Gründer Nikita und Anna Foto: Cradlelution

Ein besseres Leben in einer besseren Welt: Das Ziel, das sich Anna Lütje und Nikita Kornev setzten, hat es in sich. Gemeinsam gründeten die beiden Studenten ihr Start-up Cradlelution. Mit der Online-Plattform wollen sie ab Herbst Produkte vertreiben, die keinen Müll erzeugen, weil ihre Rohstoffe kreislauffähig sind und Rohstoffverknappung oder Klimawandel einen Gegenpol setzen. Noch bis zum 9. August läuft ihr Crowdfundig für ihren Cradle to Cradle (C2C)-Shop. Mit global° wagte Anna ein Experiment. Wir führten ein Twitter-Interview mit ihr. Die ausführlicheren Antworten Annas können Sie nachstehend lesen:

 

Flugzeugsitze, Teppichböden, Druckfarben: Viele C2C-Produkte sind wenig für Konsumenten - ist C2C nicht ein eher B2B-Business?

Anna Lütje: Bei Cradle to Cradle geht es um intelligentes Produktdesign für ALLE Konsumgüter, die wir kennen. Recycling funktioniert nur dann, wenn der Input auch wirklich zu 100% wiederverwertbar ist. Das fängt bei Kleidung an und geht bis hin zu Gebäuden.

 

Ihr wollt C2C-Produkte vertreiben: Gibt es genug Auswahl für einen attraktiven Shop?

Auf jeden Fall. Wir haben bisher Schuhe, Kleidung, Reinigungsmittel (darunter auch Toilettenpapier) über Haushaltsbedarf wie Trinkflaschen bis zu Schreibtischstühlen und -tischen. Tendenz steigend ;) Mit höherem Bekanntheitsgrad und damit auch steigender Nachfrage begeben sich immer mehr Hersteller auf den C2C Weg. Das sind sehr erfreuliche Entwicklungen!

 

wer wählt die Produkte für Euren Verkauf aus?

Als junges Öko-StartUp haben wir (noch) keine Mitarbeiter, daher machen Nikita und ich das, also wir beiden Cradlelution Gründer. Wir arbeiten stets an der Erweiterung unseres Produktsortiments.

 

C2C ist ein erklärungsbedürftiges Konzept. Stört das den Konsum(-Rausch) der Kunden?

Nun ja, es geht vor allem um intelligenten, bewussten und nachhaltigen Konsum – daher würde ich nicht von Konsum“rausch“ sprechen. Die meisten finden die Grundidee von C2C gut und sinnvoll, daher unterstützen sie uns als EcoSocial Business auch gerne – das bestätigt uns u.a. der Erfolg unserer Crowdfunding-Aktion, die sich im übrigen jetzt im Endspurt auf www.startnext.com/cradlelution befindet.

 

Kein anonymes Unternehmen: auf den "Heldenmärkten" vor Ort

 

GRafik: Cradelution

 

Sind auch Läden geplant: Denn Information läuft immer noch am besten Face-to-Face?

Das stimmt. Für´s Erste bleibt es beim Online-Shop, weil es erst darum geht, den einfachen Zugang zu C2C Produkten zu ermöglichen. Wir sind über facebook/Email erreichbar und beantworten jede Nachricht persönlich, wenn auch nicht immer sofort ;) Für uns ist es besonders wichtig, greifbar zu sein und kein anonymes Unternehmen. Wir halten regelmäßig Vorträge und sind auf Messen unterwegs, die nächsten im Oktober/November auf den Heldenmärkten in Berlin, Stuttgart und Frankfurt. Für f2f gibt es also immer eine Möglichkeit ;)

 

Woher bezieht Ihr die Gewissheit, dass Eure Angebote wirklich C2C-Produkte sind?

Wir kommen sozusagen aus der Mitte der C2C Bewegung und sind seit über 2 Jahren ehrenamtlich im Cradle to Cradle eV aktiv. Wir verfolgen jede Neuigkeit und C2C Entwicklung. Und mit unseren C2C Herstellern haben wir guten Kontakt.

 

Wie eng arbeitet Ihr dafür mit Wissenschaftlern um Michael Braungart zusammen?

Wir sind in regelmäßigem Kontakt und Hamburg ist ja auch direkt um die Ecke von Lüneburg, dort sitzt epea. Vor Kurzem habe ich dort einen Vortrag gehalten.

 

Wie lang müssen die Beipackzettel Eurer Produkte sein, um C2C zu erklären?

Wenn wir es auf das wesentlichste herunterbrechen, sind es 6 Stichworte: 100%ige Materialkreislauffähigkeit, Materialgesundheit, erneuerbare Energien, Wassermanagement, soziale Verantwortung und nützliche, positive Lebenskultur.

 

C2C-Produkte sollen erschwinglich bleiben

 

Zeichnung: Cradlelution

Wie sieht die Preisgestaltung aus?

In erster Linie geht es darum, den einfachen Zugang zu C2C Produkten für uns alle zu ermöglichen. Daher sind die Preise erschwinglich. Wir werden davon auf jeden Fall nicht reich, aber es kann zum Leben ausreichen. Zurzeit stecken wir alles in Cradlelution, ohne dabei ein Gehalt zu bekommen. Das geht vielleicht auch nur, weil wir Studenten sind ;)

 

Zielt Euer Konzept nicht eher auf Aufklärung denn auf Verkauf – oder: wie viel Weltverbesserung steckt doch im Shop?

Nun ja, wir machen beides. In erster Linie geht es darum, Menschen auf das C2C Konzept aufmerksam zu machen und dann kommt automatisch die Frage: „Wo kann ich C2C Produkte kaufen?“ Mit jeder Kaufentscheidung wählen wir mitunter, in welcher Welt wir leben möchten. Damit die C2C Bewegung auch in der Wirtschaft flächendeckend etabliert wird, bestätigen und honorieren wir die Unternehmen, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, der auch so manches mal sehr herausfordernd sein kann.

 

Wann wollt Ihr konkret loslegen?

Am 9. August läuft unsere Cradlelution Crowdfunding aus. Dann werden wir unsere erste C2C Bestellung bei unseren Herstellern machen und voraussichtlich im September mit vollem Sortiment starten.

 

Welche Hürden gilt es davor noch zu nehmen?

Wir möchten mit vereinter Kraft unsere Cradlelution Crowdfunding stämmen, um unser Startkapital für die erste große C2C Bestellung zusammen zu bekommen. Bis dahin sollte auch unser Corporate Design relaunched sein und unsere Website in neuem Glanz erstrahlen www.cradlelution.de

 

 

 

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