Trotz Energiewende: Jobwunder bleibt aus

Gewinner: Windkraftanlagen Foto: Wikimedia CC 3.0/Philip May

Energiewende sorgt für Jobverlagerung: Die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) stellt in einer aktuellen Publikation einen Zusammenhang zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und den Arbeitsplätzen in Deutschland her: „Durch den stark reduzierten Zubau der Solarenergie im vergangenen Jahr gingen nicht nur viele Industriearbeitsplätze verloren, sondern auch Jobs bei Installations- und Handwerksbetrieben“, kommentiert dies die Agentur für Erneuerbare Energie (AEE). Die Studie verzeichnet im Süden und in der Mitte deutliche Beschäftigungsrückgänge.

Verlierer sind der Studie zufolge die Beschäftigten der Solarbranche. Gewinner dagegen: die Windmüller im Norden. Insgesamt ist die Energiewende noch kein Jobmagnet in Deutschland. Die Zahlen: Insgesamt waren 2013 etwa 371.000 Menschen direkt und indirekt in der Erneuerbare-Energien-Branche beschäftigt, die meisten davon mit rund 61.000 in Bayern. Im Vorjahr waren es knapp 400.000 Arbeitsplätze. Dieser Rückgang liegt vor allem an der Entwicklung in der Solarbranche - hier sind die Jobzahlen von rund 114.000 Beschäftigten 2012 um fast 40 Prozent auf 68.500 im Jahr 2013 zurückgegangen.

Im Bereich Bioenergie blieb die Jobzahl mit 126.000 nahezu konstant.

 

Energiewende hat Bedeutung für regionalen arbeitsmarkt

 

Windenergie dagegen florierte. Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze in der Windenergie stieg von 122.000 auf 138.000. Die AEE-Statistik weist „eine positive Entwicklung mit zusätzlichen Jobs in allen Bundesländern“ aus. Durch Zuwächse in diesem Sektor konnte in den Küstenländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sogar insgesamt ein leichtes Beschäftigungsplus ermittelt werden.

Trotz der insgesamt zurückgegangenen Beschäftigung hat die Erneuerbare-Energien-Branche insbesondere in den neuen Bundesländern, aber auch in Ländern wie Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein eine hohe Bedeutung für den regionalen Arbeitsmarkt. „Bezogen auf die gesamte Beschäftigung, entfällt schon knapp jeder 100. Arbeitsplatz direkt oder indirekt auf die EE-Branche. In Sachsen-Anhalt trifft dies sogar auf jeden 37. und in Mecklenburg-Vorpommern auf jeden 43. Beschäftigten zu“, ordnet Philip Ulrich, wissenschaftlicher Mitarbeiter der GWS und Autor der Studie.


red

 

 

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