
Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auch in den USA gestartet? In den Vereinigten Staaten landen derzeit 40 Prozent aller produzierten Lebensmittel im Müll! Damit werfen die US-Amerikaner nicht nur rund 165 Milliarden Dollar im Jahr aus dem Fenster. Nein, wie überall greift die beispiellose Verschwendung auch hier auf Land, Energie, Arbeitskraft und vor allem das Wasser über, das für die Produktion benötigt wird. Von den Methanemissionen der Müllkippen, auf denen das gute Essen schließlich landet, gar nicht zu reden.
Die schockierenden Zahlen legte der NRDC (Natural Resources Defense Council)-Bericht 2012 vor. Dennoch ist das Problem in den US-Behörden noch gar nicht angekommen, beklagte NRDC-Wissenschaftlerin Dana Gunders im September 2012 deren fehlendes Engagement. Neun Monate später jedoch konnte sie in Grist die erfreuliche Nachricht verkünden: Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) und die EPA (Environmental Protection Agency) haben anlässlich des Weltumwelttages 2013 die U.S. Food Waste Challenge ins Leben gerufen.
Ihre Ziele: Essensabfälle reduzieren, weiter verwenden oder, wenn alle Striche reißen, wenigstens noch als Tierfutter, Kompost oder Energieträger recyceln. Mitmachen darf – und soll – am besten jeder! Ob Obstgroßhändler, Getreidebauer oder Otto Normalverbraucher, der das schon leicht verschrumpelte Obst trotzdem noch zu schmackhaftem Kompott verarbeitet. Die USDA ruft kommerzielle Lebensmittelproduzenten, -verarbeiter und –händler dazu auf, ihre Beiträge gegen Essensverschwendung öffentlich zu posten. Der Gedanke dahinter: Jeder kann daraus lernen und „passende“ Ideen und Maßnahmen für sich umsetzen.
Essensabfall könnte Weltbevölkerung dreimal ernähren!
Food Waste Challenge will die beispiellose Lebensmittelverschwendung neu beziffern, herausfinden, wie viel Essen in Supermärkten und Schulen tatsächlich nie über die Theke gelangt. Sie will den Schulkindern das Essen nicht mehr „einheitlich“ servieren, sondern in der gewünschten Menge und Zusammensetzung ausgeben. „Deformierte“ Weintrauben, die nicht den Marktregularien entsprechen, sollen, wenn schon nicht verkauft, so doch wenigstens gespendet werden können.
Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsschaffung sind weitere wichtige Komponenten des Programms. Das langfristige Ziel bis 2020: 1.000 Partnerorganisationen, die das Projekt unterstützen. Doch nicht auf die Anzahl der Partner kommt es an, sondern auf die richtigen Maßnahmen, wie es Dana Gunders in Grist treffend formuliert. In den Siebziger Jahren warfen die Amerikaner übrigens noch ein Drittel weniger Essen weg als heute. Eigentlich sollte es doch also kein Problem sein, wenigstens auf diesen Stand zurück zu kommen?
Es wäre bitter nötig. Immerhin haben wir im Jahr 2050 geschätzte neun Milliarden Menschen zu ernähren. All das Essen, das weltweit nur noch den Weg zur Müllkippe findet, wäre derzeit ausreichend, alle hungrigen Münder auf unserem Planeten gleich dreimal zu stopfen!
niso
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