Weltpremiere – ein Bodenatlas für Afrika

Bodenatlas für Afrika, Foto: European Commission - Joint Research Centre (http://eusoils.jrc.ec.europa.eu)

Seit Ende April ist er zu haben: der Bodenatlas für den afrikanischen Kontinent. Nun gibt es endlich ein Werk, in dem Bauern, Politiker und Wissenschaftler die unterschiedlichen Bodentypen und ihre jeweilige Verbreitung nachschlagen können. Und wozu das Ganze? Ackerbau, Siedlungsfläche oder Reservat – die Nutzung sollte gut überlegt sein. Boden ist eben nicht gleich Boden. Vertreter von Europäischer Kommission und Afrikanischer Union stellten den Atlas bei einem Treffen in Addis Adeba, Äthiopien, am 25. und 26. April vor.

 

Ein internationales Expertenteam sammelte über vier Jahre hinweg Daten afrikanischer Böden und stellte Material über diese wichtige Resource zusammen. Der Atlas (Soil Atlas of Africa) soll vor allem Nicht-Wissenschaftlern in anschaulicher Weise allgemeine Informationen über verschiedene Bodentypen, Fruchtbarkeit und eventuelle Gefährdungen vermitteln. Beteiligt an der Ausarbeitung waren Experten der Europäischen Kommission, der Afrikanischen Union und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

 

Entscheidungshilfe in Sachen Bodennutzung

 

Der Atlas zeigt die Vielfalt der afrikanischen Böden und ihre Nutzungsmöglichkeiten auf, erklärt Robert Zougmoré, regionaler Manager im Forschungsprojekt zum Thema Klimawandel der Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR). Er erläutert: „Wir dokumentierten all die verschiedenen Typen von Böden und kartierten sie, so dass unsere Entscheidungsträger auf nationaler und regionaler Ebene diese Karten dafür nutzen können, um zu entscheiden, wo in Anbau von Lebensmitteln und wo in Städtebau investiert werden soll. Durch den Gebrauch des Atlas können wir zum Beispiel Regionen, wie Zentralafrika, einige Teile Westafrikas und des südlichen Afrikas identifizieren, in denen ein sehr fruchtbarer Bodentyp, der sogenannte Vertisol, in größerem Ausmaß vorkommt.“

 

Als Buch, im Web, als App

 

Die Autoren erklären dem Laien auch die Entstehung der Böden, im Boden ablaufende Prozesse und die Bedeutung von Böden in lokalem und globalem Kontext. Auch die Gefahren, wie Wüstenbildung, Erosion, Versalzung und Versauerung kommen zur Sprache. Nach einer Kurzeinweisung zum Atlas-Gebrauch, sollte der Verwendung nichts mehr im Weg stehen. Ein gutes Mittel also, um auf die lebenswichtige Resource aufmerksam zu machen.

 

Momentan gibt es das Buch jedoch nur als PDF zum Herunterladen oder als Buch im Versand der Europäischen Kommission. Allerdings plant der Afrikanische Boden-Informationsdienst (AfSIS) bereits ein neues Projekt – eine interaktive digitale Bodenkarte im Internet. JET

 

 

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