
Die brasilianische Stadt Belo Horizonte erhielt den vom Hamburger World Future Council (WFC) initiierten „Oscar“ für gute Gesetze. Der Weltzukunftsrat zeichnet Belo Horizonte damit für Programme zur Förderung städtischer und stadtnaher Landwirtschaft, seine Tafeln, Volksküchen und Schulessen aus. Damit schaffte es die Kommune, die Kindersterblichkeit um 60 Prozent zu reduzieren, Unterernährung gar sank um 75 Prozent.
Der WFC macht sich nun dafür stark, dass „dass das hervorragende Gesetzesprogramm aus Belo Horizonte von afrikanischen Städten übernommen wird“. In der namibischen Hauptstadt Windhuk haben die Verantwortlichen bereits damit begonnen, ein System nach dem brasilianischen Vorbild aufzubauen.
WFC fördert Austausch über bessere Ernährung der Menschen in Afrika
Der WFC brachte Experten aus Belo Horizonte zu einem Erfahrungsaustausch mit namibischen Bürgermeistern nach Windhuk. Aktuell ist ein Team aus der Windhuker Verwaltung gemeinsam mit Uillika Nambahu, Bürgermeisterin von Walvis Bay und Präsidentin der Vereinigung namibischer Bürgermeister, in Belo Horizonte unterwegs, um sich genau anzuschauen, was das brasilianische Programm so erfolgreich gemacht hat.
Der Weltzukunftsrat, der 2007 mit Unterstützung der Stadt Hamburg gegründet wurde, begleitet den Erfahrungsaustausch mit praktischer Unterstützung, aber auch mit Informationen, wie bestimmte Gesetze geändert werden müssen. Verantwortlich für das Programm ist die junge Ökonomin Lorena Fischer. Sie pendelt zwischen Brasilien, Namibia und Hamburg, um den Wissensaustausch zu organisieren: „Nichts ist so überzeugend wie gute Erfahrung. Die Namibier erleben in Belo Horizonte, was genau man tun muss, um die Ernährungssicherheit von Kindern drastisch zu verbessern. Das spornt an“.
Halbe Million Menschen in Namibia unterernährt
Das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen hat festgestellt, dass knapp eine halbe Million Menschen im Land stark mangelernährt sind und dass diese Zahl beständig steigt. Für Kinder ist eine solche Mangelernährung fatal. Sie führt im Extremfall zum Tod. Weitverbreitet ist in Namibia das sogenannte Stunting, eine Wachstumsstörung aufgrund von Mangelernährung im frühen Kindesalter. Jedes dritte namibische Kind unter fünf Jahren leidet darunter. Nicht nur die körperliche, auch die geistige Entwicklung der Kinder bleibt zurück. Es wächst eine ganze Generation heran, die unter ihren Möglichkeiten bleiben wird. Wenn namibische Städte wie Windhuk und Walvis Bay das brasilianische Programm umsetzen, wird diese traurige Entwicklung bald der Vergangenheit angehören.
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