Wie kam der Gen-Weizen nach Oregon?

Foto: wikimedia/LoKiLeCh.jpg

Das US-Landwirtschaftsministerium hat im Bundesstaat Oregon nicht zugelassenen „Roundup-Ready“-Weizen von Monsanto gefunden. Japan und Südkorea stellten hierauf ihre Weizenimporte aus den USA ein. Wie der Gen-Weizen auf das Feld des Farmers gelangen konnte, ist bislang noch nicht geklärt. In den USA ist der kommerzielle Anbau von Gen-Weizen verboten und nur zu Testzwecken erlaubt.

 

Der gefundene genmanipulierte Weizen MON 71800 ist weder für den menschlichen Verzehr, noch für Tierfutter zugelassen. Laut Monsanto wird der Weizen aus der Produktreihe „Roundup Ready“ seit 2004 in den USA nicht mehr getestet. Monsantos Roundup Ready-Produkte stehen in heftiger Kritik. Deren Hauptbestandteil, das Herbizid Glyphosat soll zu Geburtsfehlern, Alzheimer und Parkinson führen. Nun klagt ein Farmer aus Kansas gegen den Agro-Konzern. Monsanto habe „grob fahrlässig“ gehandelt, da der gentechnisch veränderte Weizen im Freiland getestet wurde. Die Klage wurde am Montag eingereicht. Laut taz erwartet die zuständige Rechtsanwaltskanzlei Susman Godfrey, dass sich mehrere Farmer anschließen. Monsantos Firmenanwalt David Snively wies die Klage als „substanzlos“ zurück.

 

Monsanto testet weiter!

 

Monsanto gerät durch den Fund enorm unter Druck. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Notierung ihres Börsenkurses um vier Prozent fiel. Nun räumt der Konzern sogar ein, dass derzeit andere genmanipulierte Weizensorten in den USA getestet werden – ebenfalls auf Freilandfeldern. "Auf Verlangen von Weizenproduzenten" habe Monsanto die Forschung wieder aufgenommen, bestätigt Robb Fraley, der Leiter der Forschungsabteilung n-tv.

 

Gentech-Freilandversuche führen zu Kontaminierung

 

Dass Freiland-Testversuche mit genmanipulierten Organismen zu Kontaminierung mit natürlichen Organismen führen kann, ist in der Wissenschaft nichts Neues. Dies zeigte auch der Reis-Skandal aus dem Jahre 2006. Damals breiteten sich nicht zugelassene Gen-Reis-Sorten aus China und der Firma Bayer in kürzester Zeit über die ganze Welt aus. Die genmanipulierte Sorte LLRice601 des Bayer-Konzerns wurde in den USA getestet. Kurze Zeit später waren weltweit verschiedenste Reissorten mit dem Gen-Reis kontaminiert.

 

2001 fanden Wissenschaftler in Mexiko kontaminierte Maissorten. Mexiko sprach 1998 ein striktes Verbot für genmanipulierte Maissorten aus. Das Ursprungsland des Mais wollte so ihre über Jahrtausende gepflegten Mais-Kulturen schützen. Doch dann wiesen die Forscher David Quist und Ignacio Chapela von der Universität aus Berkeley Auskreuzung von Gen-Mais mit einheimischen traditionellen Sorten in Oaxaca nach.

 

US-Landwirtschaft noch mehr in der Krise

 

Der Fund des nicht zugelassenen genveränderten Weizens stellt ebenso eine große Gefahr für die US-Landwirtschaft dar. Japan ist der größte Abnehmer am amerikanischen Weizenmarkt. Vor allem dem Bundesstaat Oregon drohen nun dunkle Zeiten. 90 Prozent ihres Weizenertrags sind für den Export bestimmt. Da die US-Landwirtschaft schon seit längerer Zeit in der Krise steckt, verkaufen viele Farmer ihr Getreide in Warentermingeschäften. Sie verkaufen ihre Ernte also noch bevor sie diese eingebracht haben. Sobald weiterer Weizen gefunden werden sollte, der ebenfalls mit Roundup-Ready kontaminiert ist, muss dieser verbrannt werden.

 

Lesen Sie auch:

 

1000 Münchner marschieren gegen Monsanto

Gen-Futtermais vermutlich illegal auf Europas Agrarmarkt

Ratten sterben an Futter aus Gen-Mais

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: