
Das Hallas-Desaster für Lösung von Öko-Problemen nutzen: Der Vorschlag der Naturschutzstiftung EuroNatur öffnet eine neue – kreative und innovative – Chance in die Debatte um die Schulden des Eurolands auf dem Peloponnes: „Es ist bedauerlich, dass bisher niemand in den laufenden Debatten mit Griechenland die Wirtschafts- und Finanzfragen an die Umweltfragen gekoppelt hat“, sagt Lutz Ribbe.
Der naturschutzpolitische Sprecher der Stiftung erkennt Parallelen in den Krisenherden: „Sowohl die Finanz- als auch die Umweltkrise resultieren aus einer Übernutzung von Ressourcen“, so Ribbe. Für Griechenland könne, meint der Naturschutzexperte, ein Investitionsprogramm zur Förderung Erneuerbarer Energien sowie des Klima- und Naturschutzes aufgelegt werden.
Förderprogarmm in Erneuerbare bringt Griechen Arbeit und Geld
Die Potentiale im Bereich der Solarenergie in Griechenland seien immens, nur ein winziger Bruchteil werde bisher genutzt. Mit einem Förderprogramm könnten die Griechen die Investitionen tätigen, die notwendig sind, um lokal und regional neue Arbeitsplätze zu schaffen. „Gleichzeitig könnte damit auch die Importabhängigkeit Griechenlands von Energieimporten reduziert werden“, glaubt der EuroNatur-Direktor. Damit würde sich der Geldabfluss aus Griechenland, etwa in die ölexportierenden Staaten, verringern. „Es muss im politischen Interesse sein, die Menschen in Griechenland in die Lage zu versetzen, ihren Strom- und Wärmebedarf aus Erneuerbaren Energiequellen selbst billiger zu produzieren. Die Technologien dafür existieren längst“, ist Ribbe überzeugt.

Das System ist dabei keinesfalls neu. So half die EU schon 1992 dem heutigen Mitgliedsland Polen. Damals erließ sie dem Land einen Teil der Schulden. Im Gegenzug erhielt Polen die Auflage das Geld für die Finanzierung von Umweltschutzprojekten zu nutzen. „Damit, sowie mit einer zusätzlichen steuerlichen Belastung von Umweltverschmutzungen, sind in Polen ökologische Erfolge erreicht und neue Arbeitsplätze geschaffen worden“, erinnert EuroNatur an die Hilfe der EU für Polen.
Kritik an IWF-Subventionen für „schmutzige“ Energieträger

Die Stiftung kritisiert auch den Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser habe kürzlich eine Studie über die Subventionierung von Energieträgern vorgelegt. Hieraus gehe hervor, dass weltweit enorme Subventionen in schmutzige Energieträger wie Öl und Kohle fließen. „Der IWF schätzt diese global auf 5,3 Trillionen Dollar - das entspricht rund 13 Milliarden Euro pro Tag!“, zitiert EuroNatur aus der Studie. In der EU sind es immerhin 330 Milliarden Euro jährlich.
„Warum der IWF in seinen Reformvorschlägen für Griechenland nicht einmal ansatzweise die ökonomische an die ökologische Frage koppelt und innovative Umweltlösungen vorschlägt, die einen Beitrag zur Lösung der Probleme in Griechenland leisten könnten, bleibt wohl sein Geheimnis. Die Themen ökologische Innovation und Nachhaltigkeit sind bei den Wirtschafts- und Finanzpolitikern offenbar noch nicht angekommen“, sagt EuroNatur-Präsidentin Christel Schroeder.
pit
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