Zu wenig Äcker für Bio-Lebensmittel in Bayern

Ökologischer Feldrain statt Lebensmittel für die Biogas-Anlage Foto: Wikimedia CC 3.0/G. Brändle/Agroscope

Zu wenig Äcker für Bio-Lebensmitteln: In Bayern wollen die in der

Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) organisierten Produzenten die „heimische Rohstoffversorgung sichern und damit Öko-Bauern bessere Markt-Chancen eröffnen“, sagt Bierbrauer Franz Ehrnsperger (Neumarkt) als Sprecher eines neuer neuen Arbeitsgruppe. Dabei im neuen Arbeitskreis sind die Chefs namhafter Firmen wie Andechser Molkerei, Bionade, Hipp, Hofpfisterei, Neumarkter Lammsbräu, Pema-Brot oder Rapunzel.

Die bayerischen Bio-Lebensmittelproduzenten reagieren mit ihrem Schritt auf zwei Entwicklungen im Freistaat. Negativ: die Konkurrenz mit den Produzenten so genannter Bioenergie sowie – positiv – die Pläne der Landesregierung, bis 2020 den Anteil des Ökolandbaus in Bayern zu verdoppeln.

 

AoeL: Thinktank will neue Wertschöpfungsketten für Bio-Bauern

 

Im Gespräch mit global° freut sich Franz Ehrnsperger über die „absolut positiven Signale“ aus München. Dort lässt Landwirtschaftsminister Helmut Brunner seinen Ankündigungen Taten folgen. Er verbessert die Aus- sowie Fortbildung der Biobauern an den Landwirtschaftsschulen oder mit Kursen an Akademien. Jüngstes Zeichen einer Aufwertung der Ökobauern war nun ein „Runder Tisches“, an dem neben den Verbänden und den Bio-Produzenten auch die Öko-Fraktion des Bauernverbands saß. „Bio“, freut sich Franz Ehrnsperger, sei inzwischen erfreulicherweise „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“.

Ehrnsperger und seinen Kollegen ist die im industriellen Maßstab betriebene Biomasse-Vergasung ein Dorn im Auge. Es pervertiere die Ursprungs-Idee der „Biogas“-Erzeugung, aus Reststoffen in der Landwirtschaft Energie zu gewinnen. „Wer extra Lebensmittel anbaut, um daraus Energie zu gewinnen“, sagt der Öko-Pionier, „handelt nicht ethisch.“

Franz Ehrnsperger Foto: Neumarkter Lammsbräu

Dabei sind die AoeL-Mitglieder nicht gegen Biogasanlagen. „Wir können auf Ackerrandstreifen oder ökologischen Ausgleichsflächen und Feldrainen genug Grünschnitt ernten, der in die Anlagen kommt“, argumentiert Ehrnsperger. Interessiert verfolgt der Brauer daher ein Pilotprojekt in Kempten.

 

Trend zu Industrieanlagen bei Biogas ist völlig falsch

 

Dort soll bald eine Anlage starten, in der noch feuchtes Holz aus der Durchforstung sowie der frische Schnitt von Sträuchern am Straßenrand oder Büschen Energie erzeugen könne. DenTrend zu immer größeren Biogasanlagen halten die Mitglieder des Arbeitskreises für falsch. Ehrnsperger: „Mit Biomasse können wir doch niemals ein AKW ersetzen.“

Die neue Arbeitsgruppe will zudem bislang in Süddeutschland nicht angebaute Produkte wie Kräuter oder Gewürze oder auch Soja in Bayern fördern. Dafür setzen die AoeL auf verstärkte Forschung und „auch mehr Förderung durch den Staat“.

Die Verbraucher wollen die Produzenten am Regal durch eine extra Kennzeichnung der biologisch und regional erzeugten Produkte aufklären. „Neue Label sind wahrscheinlich kaum sinnvoll“, glaubt Ehrnsperger, „aber ein Hinweis.“


pit

 

 

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