Am 24.November 2014 jährt sich Darwins Evolutionstheorie zum 155-mal Der Naturforscher Charles Darwin veröffentlichte am 24.November 1859 erstmalig seine Schrift über die Entstehung der Arten. Dieses Grundwerk der Evolutionstheorie widerlegt die bis dato geltende Vorstellung von der Unabänderlichkeit der Arten. Zudem erschütterte diese Theorie das damalige Weltbild. Viele Menschen nahmen die biblische Schöpfergeschichte wörtlich. Weiterhin unternahm die Kirche fast alles, um dieses Weltbild aufrecht zu halten. Auch die Mehrzahl der Naturforscher glaubte an die Unveränderlichkeit der Arten und dass jede einzelne für sich erschaffen worden sei. Nur wenige Naturforscher nahmen an, dass Arten einer Veränderung unterliegen. Als Darwins Forschungen ergaben, dass sich alle Lebewesen aus Urformen entwickelt haben und unterschiedliche Arten durch veränderte Umwelt-Bedingungen und Selektion entstehen, revolutionierte das das Weltbild. Die bis heute im Mittelpunkt biologischer Betrachtungen stehende Evolutionstheorie hat noch heute Gegner, gerade aus dem nichtwissenschaftlichen Bereich, bzw. Kritiker aus meist wissenschaftlichen Bereichen.
Beginn und Fortbestand
Während Darwins Reise auf dem Schiff „Beagle“ in den 1830er Jahren sammelte er erste Hinweise für seine Vorstellungen. Er vermehrte diese später durch Experimente und wissenschaftliche Schriften. Nach der Erstausgabe 1859 veröffentlichte Darwin bis 1872 sechs Auflagen. Sie enthalten jeweils seine Verbesserungen und Korrekturen und tragen den bis heute gültigen kurzen Originaltitel: „The Origin of Species“. In späteren Ausgaben seines Buches führte Darwin evolutionäre Vorstellungen bis auf Aristoteles zurück. Auch Namen wie Goethe und Lamarck oder auch Darwins Großvater tauchen auf, mit ähnlichen oder gleichen Theorien, denen nur teilweise der Beweis fehlte. Die erste deutsche Übersetzung veröffentlichte der Heidelberger Paläontologe H.G. Bronn nach der 2. englischen Auflage. Ab der 4. Auflage fertigte der Zoologieprofessor J. Viktor Carus, der mit Darwin persönlich in Kontakt stand, die weiteren Übersetzungen an. Carus verbesserte bis zu seinem Tod 1903 in zahlreichen Neuauflagen diese Übersetzung. Sie gilt bis heute im deutschen Sprachraum unter dem Titel „Die Entstehung der Arten“ als Standardübersetzung des berühmten Werkes von Darwin.
Für und wieder
Der bereits anerkannte Wissenschaftler erregte mit seinem Buch großes Interesse und wurde durchaus ernst genommen. Seine Argumente führten zu regen Diskussionen, zumal seine Theorie der Evolution auf Fakten und Schlussfolgerungen beruhen. Die meisten Forscher lehnten aber Darwins Überzeugung, von der natürlichen Selektion als Motor der Evolution, ab. In der Zeit von 1880 bis 1930 folgte eine von Julian Huxley geprägte Zeit, die als „Niedergang des Darwinismus“ bezeichnet wurde. In dieser Zeit entstanden viele zahlreiche alternative Konzepte um die Evolution zu erklären. In den 1930er und 1940er Jahren wurde Darwins Annahme der evolutionären Anpassung durch natürliche Selektion zu einem, bis heute gültigen, vereinheitlichenden Prinzip der Lebenswissenschaften.
Die Evolutionstheorie steht im völligen Gegensatz zur kirchlichen Lehre. Hier werden die Arten als unveränderliche Schöpfungswerke beschrieben. Der Mensch gilt als einzigartig und als nicht verwandt mit dem Tierreich. Bis zur heutigen Zeit lehnen Anhänger des so genannten Kreationismus (der wörtlichen Interpretationen der heiligen Schriften) die darwinistische Evolutionstheorie ab. In den USA sprechen sie sich teilweise dafür aus, den Kreationismus zum Inhalt des Biologieunterrichts an Schulen zu machen und die Lehre der Evolutionstheorie zu verbieten. Da diese extreme Denkweise jedoch einen Angriff auf die Denkfreiheit bedeutet, ist ein Verbot alleine deshalb schon nicht möglich. Weiterhin gilt die Evolutionstheorie heute als bewiesen, auch die höchsten Kirchenoberhäupter können dies nicht abstreiten. Das bedeutet auch, dass Raum für Kritik und weitere Forschungen gegeben ist.
Schließlich ist es so, dass sich der Mensch mit der Entstehungsgeschichte auseinandersetzen kann, wenn er möchte. Zum Beispiel um seine eigenen Theorien zu hinterfragen oder zu beweisen. Aber auch nur, wenn er die Möglichkeit hat, etwas darüber zu lernen. Das schließt die Naturwissenschaften einschließlich der Evolutionstheorie und die Lehren aller Glaubensrichtungen mit ein.
Ohne diese Voraussetzungen sind Gedankengänge, wie des Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould gar nicht möglich. Er kam vor ca. 25 Jahren zu der Annahme, dass bei der Evolutionstheorie das Zufallsprinzip eine viel bedeutendere Rolle spielen muss, als Darwin annimmt. Oder auch die neuste Forschung des Teams von Prof. Axel Meyer der Universität Konstanz wären somit ausgeschlossen. Die Evolutionsbiologen beobachten parallele, wiederholte Evolution von Buntbarschen in Nicaragua und stützen somit wieder Darwins Evolutionstheorie.
Durch einseitiges Lernen und Lehren wären herausragende Naturforscher wie Charles Darwin einsame Wanderer auf dem Pfad des „Erkundens, Entdeckens und Erforschens“. CDC
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