Aquarium im All

Foto: FAU/Sebastian M. Strauch

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Hohenheim planen, am 19. April 2013 ein Ökosystem in den Weltraum zu schicken. Mit an Bord der unbemannten Rakete: eine einzellige Alge, das Hornkraut, Buntbarschlarven, Posthornschnecken und Bachflohkrebse. Ein wirklich komplexes und in sich abgeschlossenes Ökosystem also – in der Form ist das eine wahre Premiere.

 

30 Tage soll das künstliche Ökosystem im All bleiben. Ziel ist es, das Zellwachstum und die Organe in der Schwerelosigkeit zu untersuchen und anhand der Beobachtungen Erkenntnisse über das Immunsystem zu gewinnen. Möglicherweise lassen sich auch neue Therapieansätze für die Reisekrankheit ermitteln.

Bisher wissen die Forscher nur, dass Zellen verändert auf Schwerelosigkeit reagieren – menschliche Körperzellen weisen im Weltraum eine geringere Immunabwehr auf. Neue Erkenntnisse sind also dringend notwendig, um Astronauten im Weltraum besser versorgen und schützen zu können.

Die Forscher werden nicht nur den Zustand zu Beginn und am Ende der Weltraumreise des Ökosystems überprüfen können. Ein automatisierter Prozess ermöglicht es, dass während des Versuchs ein Teil der Algen aus dem Becken entnommen und fixiert werden kann, sodass das Forscherteam auch einzelne Entwicklungsphasen vergleichen kann.

 

Jeder Organismus hat eigene Aufgabe

 

Jeder Organismus der Lebensgemeinschaft ist für den Versuch von Bedeutung. Die Pflanzen produzieren den für die Tiere lebenswichtigen Sauerstoff. Diese wiederum atmen CO2 aus, den die Pflanzen zur Photosynthese benötigen. Auch Bakterien sind vorhanden: Sie zersetzen die Ausscheidungen der Fische. So werden für die Pflanzen wieder Nährstoffe verfügbar, sie bekommen ganz natürlichen Dünger. Die Schnecken haben noch eine wichtige Aufgabe: Sie putzen die Scheiben des Aquariums und sorgen so dafür, dass das Treiben im Innern des Beckens von außen mit einer Kamera aufgenommen werden kann.

 

Die Rakete wird vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben. Das Projekt ist ein Vorläufer für ein folgendes großes Weltraumprojekt, was 2016 starten soll.

 

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