Artensterben: Es gibt keinen Reset-Knopf

Anomodontier-Modell Foto: Field MuseumChicago/M. Donnelly

Das massenhafte Aussterben von Arten verändert die Erde nachhaltig. Wissenschaftler um den Berliner Paläontologen Jörg Fröbisch vom Museum für Naturkunde konnten jetzt zeigen, dass die Erholung von Arten sowie ganzer Ökosysteme nach Aussterbeereignissen unvorhersehbar ist. Fazit: Dies gilt dann auch für das durch menschliche Einflüsse verursachte Artensterben in der heutigen Welt.

Fröbisch und seine Kollegen an den Universitäten im britischen Lincoln und Bristol sowie vom Field Museum of Natural History in Chicago untersuchten dafür Fossilien der vor gut 250 Millionen Jahre zum Ende des Perm-Zeitalters von der Erde verschwundenen Anomodontier. Das waren frühe Verwandte der heutigen Säugetiere und zu Lebzeiten eine weit diversifizierte Art.

 

Anomodontier konnte freie Nischen nicht besetzen, um zu überleben

 

Theoretisch hätten die unterschiedlichen Arten und Individuen der Anomodontier das Verschwinden anderer Tiere und Pflanzen für sich nutzen können, wenn sie sich neue und durch das Aussterben anderer Arten frei gewordene ökologische Nischen gesucht hätten. Die Praxis zeigt ein anderes Bild: Die Anomodontier schafften es nicht sich evolutionär auf die Situation am Ende des Perm einzustellen. Die Artenvielfalt der frühzeitlichen Pflanzenfresser sank stetig - <am Ende verschwanden auch sie.

„Selbst in der Zeit nach dem Massenaussterben, als sich eine Vielzahl an ökologischen Möglichkeiten eröffnet haben müssen, haben Anomodontier keine grundlegend neuen Merkmale entwickelt“, schreibt die <link http://idw-online.de/de/news547165> Berliner Humboldt-Universität in einer Pressemeldung über die Forschung ihres Paläontologen. Dies deute darauf hin, „dass der evolutionäre Flaschenhals, durch den sie nach dem Aussterbeereignis gingen, ihre Entwicklungsmöglichkeiten während der Erholungsphase eingeschränkt hat.“

Ein Forschungsergebnis, bei dem die Erkenntnis aus dem Altertum erhebliche Hinweise auch „auf das durch menschliche Einflüsse verursachte Artensterben“ habe, so die Forscher. Ihre Schlussfolgerung: „Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass das Leben zu seinem ursprünglichen Verlauf vor den Beeinträchtigungen zurückkehrt.“


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Aussterben einer Fischart löscht 10 weitere Tuierarten aus

Männer in fünf Millionen Jahren ausgestorben

Galapagos: Lonesome George gestorben

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: