BMBF kämpft für nachhaltige Landwirtschaft

Foto: Wikipedia/Stefan Kühn

Waldrodung zerstört jährlich 13 Millionen Hektar fruchtbaren Boden. Jedes Jahr entstehen 12 Millionen Hektar neuer Wüstenlandschaft. Unsere Erde leidet zunehmend an ihrer Übernutzung durch die Landwirtschaft. Um bis 2050 den Hunger von 9 Milliarden Menschen zu stillen, müssen neue Weide- und Ackerflächen erschlossen werden. Die Kosten tragen Umwelt, Tier- und Pflanzenarten, sowie die CO2-Bilanz. Eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sucht nun nach nachhaltigen Wegen im Landmanagement.

 

Den Menschen hungert es nach mehr. Der steigende Fleischkonsum lässt vor allem im Regenwald die Bäume und das Ökosystem kippen. Aber auch die wachsende Nachfrage nach Biosprit als Ersatz für das „schwarze Gold“ verlangt nach weiteren Anbauflächen für Mais und Raps. Großflächig werden Monokulturen aus dem Boden gestampft, ohne dabei groß auf dessen Beschaffenheit zu achten. In vielen Fällen sind die Böden nach einigen Jahren ausgelaugt und das Grundwasser schwindet.

 

Um eine weitere Zerstörung fruchtbaren Bodens zu vermeiden, fördert das BMBF in verschiedenen Regionen nachhaltige Projekte. Die Publikation Perspektive Erde „Wem gehört das Land?“ präsentiert ausgewählte Projekte. Im Mittelpunkt stehen hierbei Regionen, die besonders stark unter Veränderungen leiden – sei es in Madagaskar oder in Deutschland.

 

Eine optimale Bewirtschaftung, ohne die Böden auszubeuten

 

Foto: FONA

Das Ziel der Projekte: Eine optimale Bewirtschaftung der Böden, ohne die Ressource Land auszubeuten. So soll in der Kulunda-Steppe, in Südwest-Sibirien mit neuen Agrartechniken die Erosion gestoppt, der landwirtschaftliche Ertrag gesteigert sowie die Humusschicht wieder aufgebaut werden.

In Madagaskar versucht man im Dialog mit Menschen aus Dörfern nachhaltiges Landmanagement in traditionelle Werte und Normen einzubetten.

In vier Modellregionen Deutschlands werden Prognosen zur Regionalentwicklung sowie von Weltmarktpreisen aufbereitet, um durch verschiedene Landnutzungsszenarien Handlungsoptionen für lokale Entscheidungsträger bereitzustellen.

In weiteren zwei Regionen Deutschlands sollen Re-Produktionsketten aufgebaut werden, um z. B. Holzabfälle oder Klärschlämme intelligent und nachhaltig zu nutzen, mit dem Ziel der Bereitstellung von „Bauanleitungen“ für Kommunen – samt Werkzeugkasten.

 

Die nachhaltigen Landwirtschafts-Projekte wollen dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Die Forschung soll auch dabei helfen, Zielkonflikte zu lösen, zum Beispiel die vermeintliche Konkurrenz von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Energierohstoffen. Das vom BMBF geförderte Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklungen (FONA) leistet hierbei einen großen Beitrag. Die Fördermaßnahme „Nachhaltiges Landmanagement“ untersucht die Folgen regionaler wie globaler Entwicklungen der Landnutzung unmittelbar vor Ort. Daraus entwickelt FONA konkrete Lösungen für eine nachhaltige Landnutzung und Handlungsempfehlungen.

 

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