BUND: Nächstes Fukushima in Deutschland?

„Atomstrom 2013: Sauber, sicher, alles im Griff?“ Mit seiner jetzt veröffentlichten gleichnamigen Studie dürfte der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) den einen oder anderen Anhänger dieser Idealvorstellung unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben.

 

Foto: flickr/Schnella Schnyder

Denn in den neun noch laufenden Atommeilern der Bundesrepublik fehlt es an vielem- nur nicht an gravierenden Sicherheitsmängeln. Ob Erdbeben, Hochwasser, Feuer oder verschlissene Sicherheitssysteme- all das kann laut BUND-Studie zu Atomunfällen mit tödlichen Folgen führen. Beispiel Gundremmingen: Im veralteten Siedewasserreaktor kämen aufgrund technischer Mängel sowohl eine Wasserstoffexplosion wie in Fukushima als auch ein versagendes Notstromaggregat wie 2006 im schwedischen Forsmark in Frage.

 

Sofortiger Atomausstieg gefordert

 

„Wir können detailliert nachweisen, dass sämtliche noch am Netz befindlichen deutschen Atommeiler nicht sicher sind“, erläutert BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Und appelliert an die Schutzpflicht der Bundesregierung für ihre Bevölkerung: „Der sofortige Atomausstieg gehört in die Wahlprogramme aller Parteien.“

 

Den Betreibern der Atomkraftwerke (AKW) scheinen ihre Finanzen jedoch wichtiger zu sein als die Sicherheit. Immerhin kostet sie jeder Tag, an dem ein einziges Kraftwerk keinen Strom liefert, rund eine Million Euro. Nachrüstungsmaßnahmen würden daher auch gerne mal in die Stillstandszeiten der Reaktoren verlegt, die eigentlich zum Austausch der Brennstäbe vorgesehen seien, so der BUND.

 

Foto: Wikimedia commons/Benjamin Radzun

Fast zwei Jahre ist es jetzt her, dass eine mittelgroße, japanische Industriestadt zu tragischer Berühmtheit gelangte. Haben wir noch immer nicht genug daraus gelernt? Wie schon 2012, zum Jahrestag der Katastrophe von Fukushima, werden sich auch heuer wieder tausende Demonstranten vor den AKWs in Grohnde, Gundremmingen und Neckarwestheim versammeln. Ob sie bei unseren Politikern Eindruck hinterlassen werden, bleibt fraglich. NISO

 

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