Untersuchungen legen eine Evolutionsentwicklung im Sinne der Darwin’schen natürlichen Selektion nahe. Eine Studie des Konstanzer Evolutionsbiologen Prof. Axel Meyer und seines Forscherteams an Buntbarschen aus Kraterseen in Nicaragua zeigt, dass sich in vergleichbaren Lebensräumen komplexe parallele Phänotypen (Erscheinungsbilder) sehr rasch, wiederholt und sogar auf unterschiedlichen evolutionären Bahnen entwickeln können. Vermutlich bedingt durch natürliche Selektion, die Ergebnisse stützen dieses Modell. Hiernach können dieselben Merkmale durch dieselben Umweltbedingungen und dieselben ökologische Nischen ausgebildet werden.
Parallele Evolution zweier isolierter Buntbarschpopulationen
In den zwei Kraterseen Apoyo und Xiloá in Nicaragua entwickelten sich in einer, für die Evolution, sehr kurzen Zeitspanne von gerade mal 10.000 Jahren neue Arten des Midasbundbarsches. Diese beiden geographisch isolierten Populationen weisen dieselben morphologischen Anpassungen an den neuen Lebensraum auf. „In jedem der beiden Kraterseen entwickelte sich eine Variation des Midasbuntbarsches mit pfeilförmig verlängerter Körperform – ein Phänotyp, den es sonst in anderen neotropischen Seen nicht gibt“, berichtet Meyer.
Sein Forschungsteam nahm eine Untersuchung der morphologischen, ökologischen, genetischen und phylogenetischen Eigenschaften dieser Fische vor. Sie fanden in diesen Buntbarschen einen starken Beleg für parallele Evolution – aber interessanterweise fand diese auf unterschiedlichen Wegen statt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass parallele Phänotypen in gleichartigen Lebensräumen entstehen können, dies jedoch nicht zwingend auf parallelen evolutionären Wegen erfolgen muss.
Wiederholbarkeit evolutionärer Entwicklung nur schwer zu erforschen
Räumlich voneinander isolierte Lebensräume, die von den gleichen Arten bewohnt sind, kommen in der Natur nur sehr selten vor. Dies führt dazu, dass die Wiederholbarkeit evolutionärer Entwicklung nur schwer zu untersuchen ist. . „Die jungen und komplett isolierten Kraterseen des mittelamerikanischen Vulkangebiets in Nicaragua boten uns einen idealen Untersuchungsraum zur Erforschung von paralleler Evolution“ erläutert Axel Meyer.
Dies sei ein mikroevolutionäres Beispiel dafür, dass Evolution zu sehr ähnlichen Arten führen kann, allerdings auf unterschiedlichen Entstehungswegen.
Die Ergebnisse der Konstanzer Studie sind in der aktuellen Ausgabe des Wissenschafts-Journals Nature Communications veröffentlicht.CDC
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