Der Killerwal, mein Freund und Helfer?

Der Feind meines Feindes ist mein Freund? Zu unspektakulär für die Evolution – die schreibt noch viel schrägere Geschichten. Heute erzählt sie vom Schweinswal und seinem größten Erbfeind, dem Killerwal.

 

Vor allem in den Küstengewässern, von Mauretanien bis Alaska, ja selbst in der Elbe, ist der Schweinswal zu Hause. Leider lauern jede Menge Gefahren auf ihn: Stellnetze, in denen er sich verfangen kann, Lärm und die Gefahr des Strandens. Und dennoch sind die nährstoffreichen Gewässer für Phocoena phocoena attraktiv: Hier gibt es Fische im Übermaß (sofern sie noch nicht überfischt sind), die sich viel leichter fangen lassen als auf hoher See.

 

Dabei verfügen Schweinswale über einen entscheidenden Vorteil: ihre extrem hohe Stimme. Wie andere Zahnwale orientieren sie sich mit Hilfe der sogenannten Echoortung. Ihren gewohnten Frequenzbereich von bis zu 130 Kilohertz (kHz) können weder Menschen (bis 20 kHz) noch Hunde (bis 60 kHz) auch nur annährend wahrnehmen. Selbst andere Wale tun sich damit schwer – und genau hier liegt das Geheimnis.

 

 

Foto: Wikimedia commons/Sebastiaan Koreman

Orcas hören nur bis zu 100 Kilohertz

 

Schweinswale können dank ihrer ungewöhnlich hohen Stimme selbst kleine Fische, Boote und feinste Fischernetze ohne Probleme ausmachen, was ihnen in den geschäftigen Meeren einen großen Wettbewerbsvorteil bringt. Und wem haben Sie das alles zu verdanken? Genau: vermutlich dem Killerwal!

 

„Der erschien vor zehn bis fünf Millionen Jahre auf der Bildfläche.“, erläutern Lee Miller und sein Kollege Magnus Wahlberg von der University of Southern Denmark. „Seitdem dachte sich die Evolution jede Menge Tricks aus und bevorzugte die Tiere, die es verstanden, den Orcas erfolgreich aus dem Weg zu gehen.“ Eine Möglichkeit dazu war womöglich die erhöhte Frequenz: Seitdem es Schwertwale gibt, senden die Schweinswale schnellere und höhere Klicklaute aus als zuvor. Da kann „Free Willys“ Gehör einfach nicht mithalten: Seine Grenze liegt bereits bei 100 kHz.

 

Und warum klicken die kleinen Meeressäuger nicht einfach beliebig hoch, damit auch wirklich keiner mehr mithören kann? Miller erklärt: „130 kHz ist der Frequenzbereich, in dem die Küstenmeere am ruhigsten sind. In diesem Bereich können die Nord- und Ostseebewohner die Echos, die von bestimmten Objekten zurückprallen, also am besten hören.“

Manchmal habe wir unseren Feinden eben mehr zu verdanken, als wir glauben… NISO

 

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