23.01.2019

Die Schmelzrate des Grönlandeises vervielfacht sich

Foto: ESA

Neueste Daten zur Eisschmelze in Grönland, die das Forscherteam um Michael Bevis von der Ohio State University ausgewertet haben, zeigen, dass sich der Eisverlust in den letzten 10 Jahren vervierfacht hat. Die jüngste Ablösung von Grönlandeis sei eine Antwort auf ozeanische und atmosphärische Kräfte. Von 2000 bis 2010 konzentrierte sich der Eisverlust auf die südöstlichen und nordwestlichen Ränder des Eisschildes, was zum großen Teil auf den zunehmenden Abfluss von maritimen Gletschern zurückzuführen war.

 

„Anfang 2003 verloren der grönländische Eisschild und seine ausgelagerten Eiskappen noch 102 Gigatonnen Eis pro Jahr“, zitiert das Wissensmagazin scinexx die Forscher. „Nur zehneinhalb Jahre später ist die Rate des Eisverlusts um das fast Vierfache angestiegen – auf 393 Gigatonnen pro Jahr.“

Eismassenmessung durch die NASA-GRACE-Satelliten Grafik: NASA

Nach Ansicht der Forscher könnte zumindest ein Teil dieser Eisschmelze bereits unumkehrbar sein:

 

„Wir sehen hier einen Eisschild, der sich dem Kipppunkt nähert“, sagt Bevis. „Das einzige, was wir hier noch tun können, ist uns anzupassen und eine weitere Zunahme der globalen Erwärmung zu vermeiden.“

Die größte anhaltende Beschleunigung (~ 10 Jahre), die durch das Gravity Recovery and Climate Experiment der NASA (GRACE) festgestellt wurde, ereignete sich überraschend jedoch im südwestlichen Grönland, einem Gebiet, in dem maritime Gletscher weitgehend fehlen. Nach Ansicht der Forscher taut der Eispanzer von oben her ab. Dabei bilden sich Schmelzwasserseen, die von Wasserströmen dann ins Meer angeleitet werden. Allerdings scheint nicht nur der globale Anstieg der Temperaturen Ursache für die Eisschmelze zu sein. Die Beobachtungen von GRACE deuten darauf hin, dass vor allem im Südwesten auch die Nordatlantische Oszillation (NAO) einen entsprechenden Einfluss hat, denn die stärksten Beschleunigungen folgten den Zyklen der NAO (Schwankung des Druckverhältnisses zwischen dem Islandtief im Norden und dem Azorenhoch im Süden über dem Nordatlantik). Die negative Phase des NAO verbessert die Erwärmung und die Sonneneinstrahlung im Sommer und reduziert gleichzeitig den Schneefall, insbesondere in Westgrönland. Die Forscher schließen daraus, dass der Südwesten Grönlands künftig einen wichtigen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels leisten wird.

 

Weitere Infos in der Veröffentlichung in PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) und bei der Ohio State University...


hjo

 

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