Die Uralten aus dem Norden

Möwenfütterung Foto: wikimedia cc Gordito

Dass die Deutschen immer älter werden, ist nicht neu. Dass Großstädte wie Hamburg, Berlin oder auch Hannover regelrechte Hotspots der Langlebigkeit sind, hingegen schon und wohl die wenigsten hätten damit gerechnet. Die gerade erschienene Studie des Max- Planck Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR) kommt nun genau zu diesen Schlüssen: die ältesten Deutschen finden sich vor allem im Nordwesten der Republik sowie in Berlin.

Die Wissenschaftler haben im Zeitraum von 1989 bis 2002 alle Deutschen, die ein Alter von 105 oder älter aufweisen konnten, nach ihren Geburtsorten kartiert. Jetzt sind die Ergebnisse ausgewertet und besonders überraschend sind die herausragenden Quoten der Langlebigen unter den Kindern der Millionenstädte. Hamburg etwa liegt mit über 72 Prozent weit über dem deutschen Durchschnitt. Berlin (+ 59 Prozent über dem Durchschnitt) ist im Gegensatz zum umliegenden Brandenburg (- 28 Prozent unterhalb des Durchschnitts) sogar eine buchstäbliche Insel der Greise. „Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Großstädte in den beiden Weltkriegen von Hungersnöten und Bombardierungen stark betroffen waren“, sagt Sebastian Klüsener vom MPIDR . Scheinbar hat die bessere medizinische Versorgung in den Städten, der Folgejahre diesen Nachteil aber mehr als ausgeglichen. Auch Schleswig- Holstein (+ 52 Prozent über dem Durchschnitt) und Hannover (+ 53 Prozent) gehören zu den Spitzenreitern. Insgesamt weist der Nordwesten die meisten Uralten auf.

 

Grundsätzlich zeigt sich ein starkes Ost- West Gefälle

 

 

nach Max Planck Institut für demografische Forschung

Zu den Schlusslichtern gehören vor allem die im Osten und Südosten der Republik gelegenen Bezirke: Oberbayern liegt mit – 63% unterhalb des Durchschnitts und selbst München bei -6 Prozent unterhalb. Wie es zu diesen Unterschieden kommt, darüber sind sich die Wissenschaftler noch nicht einig und sehen Forschungsbedarf. Unklar ist außerdem ob im Allgemeinen eher die Gene oder die Umwelteinflüsse für die Langlebigkeit sorgen. Ist letzteres der Fall finden sich künftig die meisten Höchstaltrigen im Süden Deutschlands, da hier die regionalen Lebensbedingungen stetig an Qualität zulegen. Geht man jedoch von einer genetischen Prägung aus, verbleiben die Hotspots im Norden, Geburtsgröße und –gewicht sind hier im statistischen Vergleich am höchsten.

Menschen, die ein ganzes Jahrhundert erleben wird es in Zukunft also immer häufiger geben. 2012 gab es bereits über 14.000 Hundertjährige in Deutschland. Hält diese Entwicklung an, wird jedes zweite, heute geborene Kind über hundert Jahre alt. JK

 

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