
Mais und Hirse als Sieger des Klimawandels? Was wir mit immer mehr CO2 in der Atmosphäre alles anrichten können, ist uns inzwischen mehr oder weniger klar- doch nicht jedem scheint der Klimawandel ausschließlich ein Dorn im Auge.
Forscher des Thünen-Instituts für Biodiversität in Braunschweig untersuchten Mais- und Hirsepflanzen und stellten fest: Bei Wassermangel produzierten die Feldfrüchte mehr Biomasse, wenn der CO2-Gehalt gegenüber den „normalen“ Bedingungen erhöht war.
Wie das kommt? Mais und Hirse zählen zur Gruppe der sogenannten C4-Pflanzen. Das bedeutet, dass sie zur Photosynthese, anders als die „gängigeren“ C3-Pflanzen unserer Breiten, das gasförmige CO2 in speziellen Zellen „vorfixieren“. Je höher der CO2-Gehalt in der Atmosphäre, desto mehr davon kann das Getreide speichern- und desto weniger häufig müssen Mais & Co ihre Spaltöffnungen zum „Nachtanken“ öffnen. Bleiben diese geschlossen, entweicht weniger Wasser und die Verdunstungsrate sinkt.
Ertragsverluste um bis zu 18 Prozent reduziert
War jedoch ausreichend Wasser vorhanden, hatte der erhöhte CO2-Grehalt keinerlei Effekt- der Vorteil der geschlossenen Spaltöffnungen relativierte sich in diesem Fall. Bei Trockenstress kam es zwar ausnahmslos zu Ertragsverlusten- doch diese waren bei erhöhter CO2-Begasung für Mais um 18 und für die vier untersuchten Hirsesorten um fünf bis 15 Prozent niedriger.
Da Laborergebnisse nicht immer auf die „natürlichen“ Bedingungen im Feld übertragbar sind, wurde die Studie im Freiland über die Dauer zweier vollständiger Vegetationsperioden durchgeführt. Mit Hilfe der FACE-Methode (Free Air Carbon Dioxide Enrichment) simulierten die Forscher eine Konzentration von 600 ppm (parts per million) CO2- gegenwärtig liegen wir bei etwa 390. Regenausschlusszelte sorgten für die nötige Trockenheit während der Experimente.
Mais und Hirse stellen weltweit wichtige Nahrungs- und Futterpflanzen dar- zudem wird Mais für die Energiegewinnung immer interessanter. Vergessen wir nicht: Bei vermehrter Trockenheit reagieren auch Mais und Hirse empfindlich- mehr CO2 schwächt die Ernteverluste lediglich ab. Auch die Pflanzen gehören also in erster Linie zu den Leidtragenden des Klimawandels. NISO
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