Fossilien erklären Aussterbemuster

Foto: wikimedia commons/Wolfgang Wander

Forscher untersuchten auf Haiti eine Reihe von Vogelfossilien und fanden heraus: Die Besiedlung Haitis durch den Menschen vor 6000 Jahren führte nicht zum sofortigen Aussterben der dort lebenden Vogelwelt. Bislang nahmen Wissenschaftler das an. Nachdem die Menschen auf Haiti eintrafen, gab es zwar ein gewaltiges Massensterben vieler Vogelarten, allerdings waren einige Arten widerstandsfähiger und überlebten zunächst. Welche Arten wann und warum verschwanden, das versuchten die Forscher herauszufinden. Sie wollen durch ihre Entdeckungen herausfinden, wie man die heutige Inselfauna vorm Aussterben bewahren kann.

 

Insgesamt fanden die Forscher 4857 Vogelfossilien, von denen sie 23 identifizieren konnten. Darunter waren der Schwarzsegler, der Haiti-Specht und eine ausgestorbene Spechtart. Mittels der Radiokarbonmethodestellten die Forscher fest, dass die ausgestorbene Spechtart die Ankunft der ersten Siedler, der Indianer, überlebt hatte. Als jedoch Europäer und Afrikaner die Insel erreichten, hatte diese Vogelart keine Chance mehr. Die Hauptursachen für das Aussterben sieht David Steadman, ornithologischer Kurator des Florida Museum of Natural History, darin, dass die Vögel ihr Habitat verloren und die Siedler neue Arten mit einschleppten, die die einheimischen Arten verdrängten.

 

Abholzung zerstört Lebensraum

 

Die Haiti-Nachtschwalbe ist nur ein Beispiel dafür, wie schnell eine Art durch die Zerstörung ihres Lebensraumes bis zum Aussterben bedroht sein kann. Auf Haiti gab es früher viele Kiefernwälder, in denen die Nachtschwalbe lebte. Durch die Abholzung und die Nutzung als Agrarflächen verlor sie ihren Lebensraum. Früher kam sie überall vor, heute ist sie nur noch an ganz wenigen Orten zu finden. Die Population ist ganz drastisch verkleinert.

Mit dem zunehmenden Wissen über die Ansprüche der Arten an ihren Lebensraum sowie die Gefahr, die von eingeschleppten Arten ausgeht, soll in Zukunft der Schutz der Vogelfauna besser gelingen.

 

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