Frühwarnsystem für potentielle gefährdete Fische

Der Gelbflossen-Thunfisch ist in Zukunft potentiell gefährdet., Foto: www.ucsb.edu

Überfischung – ein Problem, dass sich schon Jahrzehnte im Voraus abschätzen lässt. Forscher der Universität in Santa Barbara, Kalifonien, entwickelten einen speziellen Gefährdungsindex (Eventual Threat Index (ETI)), der die biologischen und sozioökonomischen Bedingungen erfasst, die schlussendlich zur Überfischung einiger Fischarten führen.

 

Eine übermäßige Entnahme gefährde die Artenvielfalt erheblich, erklärt David Tilman, Professor für Ökologie, Biodiversität und Ökosystemfunktionen an der Univesity of Califonia Santa Barbara. Besonders betroffen seien marine Ökosysteme, in denen die industrielle Fischerei seit einem halben Jahrhundert zum Zusammenbruch vieler Populationen und empfindlichen Störungen innerhalb der Systeme geführt habe, so der Wissenschaftler.

 

Die Überfischung einer Art wurde bisher zur untersucht, wenn Bestände bereits zurückgegangen waren oder die Fangmengen hinter den Erwartungen zurückblieben, weiß Matthew G. Burgess, Doktorand an der University of Minnesota. „Die Fähigkeit, eine zukünftige Abnahme [der Fischbestände] vorauszusagen, könnte es uns ermöglichen, Gefährdungen zu verhindern, bevor sie eintreten“, hofft Burgess. Der neue Gefährdungsindex ETI identifiziere sofort das Potenzial einer zukünftigen Gefährdung, betont der Wissenschaftler den Innovationscharakter der Entwicklung.

 

Gefährdung von Thunfischen war schon 1950 absehbar.

 

Die Forscher überprüften den Index mit Daten von acht Thun- bzw. Schwertfischarten, wobei bereits bei vier Arten die Bestände rückläufig sind und sie als gefährdet eingestuft werden. Laut der Studie hätte man diese Gefährdung schon in den 1950er Jahren mithilfe des ETI vorhersagen können.

 

Daten neueren Datums zeigen die potentielle Gefahr durch Ausweitung der Fischerei im Pazifik für weitere Fischarten auf. Ein Beispiel hierfür sei der Gelbflossen-Thunfisch. „Momentan ist der Geldflossen-Thunfisch noch nicht überfischt, aber sein Rückgang hat sich leicht verstärkt“, erläutert Burgess. Der ETI zeige lediglich eine beginnende Abnahme auf, die unsere Wachsamkeit aber verstärken sollte, so der Doktorand. JET

 

 

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