
Hat die Klimaerwärmung auch Einfluss auf das Grundwasser? Diese Frage stellten sich Forscher der ETH Zürich und dem KIT. Für ihre Studie konnten die Forscher auf lückenlose Langzeit-Temperaturmessungen von Grundwasserströmen um die Städte Köln und Karlsruhe zurückgreifen. Die Betreiber der dortigen Wasserwerke messen seit 40 Jahren unter anderem auch die Temperatur des vom Menschen weitgehend unbeeinflussten Grundwassers.
“Für uns waren diese Daten ein Glück“, betont Peter Bayer, Oberassistent am Geologischen Institut der ETH Zürich. Trotz intensiver Recherche konnten sie keine vergleichbare Messreihe finden. Offenbar sei es für Wasserwerke zu wenig interessant oder zu aufwendig, Grundwassertemperaturen konsequent über lange Zeit hinweg zu messen. “Oder die Daten sind nicht digitalisiert und nur auf Papier archiviert“, vermutet der Hydrogeologe.
Ihre Studie zeigt, dass sich das bodennahe Grundwasser bis in eine Tiefe von rund 60 Metern in den vergangenen 40 Jahren im Zug der Klimaerwärmung statistisch signifikant erwärmt hat. Es die Erwärmungsschritte der Atmosphäre nachvollzogen. “Die Erderwärmung wird im Grundwasser direkt abgebildet, wenn auch gedämpft und mit einer gewissen Zeitverzögerung“, fasst Bayer die wichtigsten Erkenntnisse, die ihre Arbeit zutage brachte, zusammen. Die Forschenden veröffentlichten ihre Arbeit in der Fachzeitschrift Hydrology and Earth System Sciences (HESS).
Konsequenzen schwer abzuschätzen
Die Konsequenzen ihres Befundes sind indes nur schwer abzuschätzen. Möglicherweise beeinflussen die wärmeren Temperaturen einerseits unterirdische Ökosysteme, andererseits die Lebensräume, die vom Grundwasser abhängen. Dazu gehören kalte Bereiche in Fließgewässern, wo der Grundwasserstrom aufstößt. Für Kälte liebende Lebewesen wie gewisse Fische könnte die Erwärmung des Grundwassers negative Folgen haben. Auch die bakteriologische Aktivität könnte sich bei steigenden Wassertemperaturen erhöhen. Wird das Grundwasser wärmer, könnten sich unerwünschte Bakterien wie Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen besser vermehren. Die Forschenden können sich aber auch positive Effekte vorstellen. „So könnte der Wärmeüberschuss des Grundwassers geothermisch genutzt werden“ ergänzt Kathrin Menberg, die Erstautorin der Studie.
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