Liefert kanadisches „Uralt-Wasser“ Hinweise für Leben auf dem Mars? Unser Planet ist voll von geheimnisvollen Orten und unterirdischen Verstecken- und vor allem voller Überraschungen, die uns dort erwarten.
Das wissen nicht nur Höhlen- und Tiefseeforscher. Doch was Wissenschaftler jetzt in einer kanadischen Mine 2,4 Kilometer unter der Erdoberfläche entdeckten, gleicht einer Sensation. Im Gestein, in winzigen, nur Mikrometer großen Einschlüssen fanden sie Wasser- Wasser, das seit mindestens 1,5 Milliarden Jahren isoliert ist vom Rest der Welt. „Und das ist nur die vorsichtigste Schätzung“, betont Greg Holland, Geochemiker an der englischen Lancaster University. Es könnte auch gut und gerne eine Milliarde Jahre älter sein!
Mit anderen Worten: Älter als wir Menschen, älter als die ersten Flugsaurier- gar älter als die ersten Mehrzeller? Oder fast genauso alt wie das umschließende Gestein? Und in all der Zeit hat das Wasser nicht einmal einen Sonnenstrahl von seiner Umwelt mitbekommen.

Hinweise für Leben auf dem Mars?
Doch die Geschichte geht noch weiter: Die Wissenschaftler fanden außerdem große Mengen an Wasserstoff und Methan im Wasser- Substanzen, von denen sich bestimmte Bakterienstämme mit Vorliebe ernähren. Dies tun sie übrigens auch in der Tiefsee in sogenannten Hydrothermalquellen- und die Forscher fanden im „Gesteinswasser“ ähnlich hohe Wasserstoffkonzentrationen wie dort. Hat sich also nicht nur das Wasser, sondern auch eventuell darin befindliches Leben völlig unabhängig vom Rest der Welt entwickelt? Das wollen die Forscher jetzt testen: Ergebnisse erhoffen sie sich innerhalb eines Jahres. Sie würden einen einmaligen Einblick in die ältesten Formen des Lebens auf der Erde gewähren- Leben in einer Zeitblase, unberührt vom Rest der Welt.
Und was hat das Ganze jetzt mit möglichem Leben auf dem Mars zu tun? Auch auf dem Roten Planeten habe es einst Wasser gegeben und die chemischen Eigenschaften des Gesteins unterschieden sich nicht groß von dem auf der Erde, erläutert Hollands Kollege, Christopher Ballentine von der University of Manchester. „Es gibt also keinen Grund, dass es nicht auch im Mars-Gestein solche isolierten Flüssigkeiten geben sollte“, fügte er hinzu. Die Studie wurde jetzt im Fachblatt Nature veröffentlicht. NISO
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