Kenianischer Genmais gegen Hunger?

Foto: Wikimedia commons/Marco Schmidt

Maishybride gegen Hunger? Einem kenianischen Wissenschaftler ist es gelungen, Maispflanzen zu entwickeln, die sich von ihrem tödlichen Feind, dem Striga-Parasiten, nicht im Geringsten beeindrucken lassen.

 

Die Bedeutung einer solchen Resistenz wird klar, wenn man sich vor Augen führt: Die hübsch anzusehende Striga-Pflanze kann im sub-saharischen Afrika bis zu 80 Prozent der Mais- und Kuhbohnen-Ernten vernichten! Und darin wurde sie in den vergangenen Jahren durch den Klimawandel noch bestärkt.

 

Der auch als Afrikanisches Hexenkraut bezeichnete Rachenblütler „besetzt“ die Wurzelbasis seiner Wirtspflanze und heimst die ankommenden Nährstoffe für sich ein, während der Wirt kläglich verhungert. Davon betroffen sind nicht weniger als 4 Millionen Hektar Maisanbaufläche, von denen 100 Millionen Menschenleben abhängen.

 

Foto: Wikimedia commons/4028mdk09

Ab 2014 kommerziell verfügbar

 

Kein Wunder also, dass die neueste gentechnische „Erfindung“ der Maseno University für Optimismus in Kenia sorgt. Matthews Dida hofft, dass sie nicht nur dort, sondern in ganz Ostafrika zur Ernährungssicherung und Armutslinderung beitragen kann. Die beiden Maishybride produzieren eine chemische Substanz, die das Wachstum des Hexenkrauts erfolgreich abwürgt.

 

In Kenia könnte der „Wundermais“ zur Rettung zehn bis 38 Millionen US-Dollar teurer Ernten führen. Die Hybride wachsen und reifen schneller als „normaler“ Mais- Dida spricht von einer Verkürzung der Wachstumsperiode von 125 auf 80 Tage. Die Kenya Plant Helth Inspectorate Services (KEPHIS) nahmen die „Erfindung“ bereits genau unter die Lupe. „Alle Untersuchungen deutet auf ihre Effizienz und ihren Erfolg hin“, sagte Dida gegenüber dem Portal SciDev.Net. Bereits ab 2014 wird das neue Saatgut voraussichtlich kommerziell verfügbar sein.

 

Auch wenn es sich dabei zweifellos um eine gute Nachricht handele, sei es noch ein weiter Weg zur Bekämpfung des Hungers in Kenia, warnte Dan Makumbi, Maisforscher am Kenya Agricultural Research Institute. Kenya’s National Council for Science and Technology hatte Didas Forschungen mit rund 200.000 Dollar gefördert. NISO

 

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