Klimawandel: Meere reagieren synchron

Meer am Abend Foto. Wikimedia CC 4.0 intern./Andreas Fecker

Auch ohne direkte Verbindung reagieren unterschiedliche Meere der Erde gleich auf die Veränderungen des Klimawandels. Das fanden italienische Forscher des Istituto di Scienze Marine jetzt anhand von Daten aus den Jahren 1960 bis 2005 heraus.

Die Wissenschaftler verglichen für ihre Studien Daten über das Plankton im nördlichen Atlantik, dem nördlichen Pazifik, der Ostsee, der nördliche Adria und der Nordsee enthalten. „Obwohl ihre Wasserbecken nicht miteinander verbunden sind und die Umweltfaktoren unterschiedlich wirken, konnten wir eine beinahe synchrone Veränderung der Ökosysteme feststellen“, sagt dazu Projektleiterin Alessandra Conversi der Agentur Pressetext.

 

Drei bis fünf Grad Celsius wärmer

 

 

Wissenschaftler nahmen bisher an, dass vom Menschen verursachte Eingriffe wie Fischfang oder Umweltverschmutzung die Hauptrolle spielen. „Wir hingegen sind aufgrund unserer Analyse davon überzeugt, dass die vor allem Ende der 19810er-Jahre aufgetretenen Veränderungen der Ökosysteme überwiegend von einem Temperatursprung verursacht wurden“, präzisiert die italienische Wissenschaftlerin. Sie vermutet, dass Folgen der arktischen Ozillation, also dem Luftdruckgegensatz der arktischen und mittleren Breitengrade in der nördlichen Hemishpäre, hinzugekommen sind. Während sich der Temperaturanstieg in den Meeren auf den Fortbestand bestimmter Fischarten und der gesamten Nahrungskette ausgewirkte, habe diese Oszillation das Strömungsverhalten von Atlantik und Pazifik sowie die Planktonbewegungen beeinflusst.

Die gewonnenen Erkenntnisse über die biologischen Zusammenhänge - falls durch weitere Analysen bestätigt - könnten zum Überdenken der wissenschaftlichen Meinung über pelagische Ökosysteme und deren klimatische Beeinflussung führen. Während die im beobachteten Zeitraum gemessene Durchschnittstemperatur weniger als ein Grad Celsius stieg, ist jetzt im fünften Assessment Report bis zum Jahre 2100 von ein Anstieg drei bis fünf Grad die Rede.

„Deshalb ist künftig mit immer häufiger auftretenden Regime Shifts zu rechnen“, befürchtet Conversi. Die Untersuchung ist in Zusammenarbeit mit der britischen University of Plymouth erfolgt. Sie wurde in der Fachzeitschrift Philosophical Transactions der Royal Society B erschienen.


red

 

 

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